Reul: Fehlende Bundesmittel gefÀhrden Funk von Polizei und Feuerwehr
23.11.2023 - 06:06:11Eine durchgehende NetzĂŒberwachung, sofortige Entstörung sowie die notwendige KapazitĂ€tserhöhung und Weiterentwicklung seien mit den bisher veranschlagten Mitteln nicht mehr gegeben, sagte Reul der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Angaben klafft bei der zustĂ€ndigen Bundesanstalt eine HaushaltslĂŒcke von mindestens 130 Millionen Euro im Budget fĂŒr das kommende Jahr.
"Mit seiner katastrophalen Haushaltspolitik lĂ€sst der Bund die LĂ€nder im Stich und setzt die Sicherheit der Menschen in Deutschland aufs Spiel", unterstrich der CDU-Politiker. Es gehe um nichts Geringeres als die HandlungsfĂ€higkeit der Sicherheitsbehörden, Feuerwehren, Rettungsdienste, Katastrophenschutzeinheiten und vieler anderer, die fĂŒr den Schutz der Bevölkerung Tag und Nacht im Einsatz seien. Der NRW-Innenminister hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nach eigenen Angaben bereits im Oktober per Brief auf die erhebliche Unterfinanzierung der Bundesanstalt fĂŒr den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) hingewiesen.
BDBOS-PrĂ€sident Andreas Gegenfurtner hat jetzt in einem Schreiben an Faeser erklĂ€rt, die KommunikationsfĂ€higkeit von 1,2 Millionen Einsatz- und RettungskrĂ€ften stehe vor dem Aus. Zum ordentlichen Betrieb des Digitalfunks sei der Bund fĂŒr 2024 verpflichtet, seinen Anteil aus der Bund-LĂ€nder-Finanzierung in Höhe von 415 Millionen Euro zur VerfĂŒgung zu stellen. Mit den im Haushalt 2024 vorgesehenen 284 Millionen Euro könne das bestehende Netz nicht erhalten werden, heiĂt es in dem Schreiben mit Datum von Mittwoch, das der dpa vorliegt.
Die Bundesanstalt betreibt in Deutschland das weltweit gröĂte Digitalfunknetz mit fast 1,2 Millionen Teilnehmern, erlĂ€uterte das NRW-Innenministerium. DarĂŒber kommunizierten vor allem EinsatzkrĂ€fte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. Das sind etwa 50 Millionen FunksprĂŒche und 450 Millionen Kurznachrichten pro Monat.

