NRW, MilitÀr

NRW-Wirtschaftsministerin schickt Brandbrief an Bundesregierung

26.01.2026 - 09:02:24

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (GrĂŒne) fordert vom Bund eine deutlich stĂ€rkere Einbindung der LĂ€nder bei der Umsetzung der sicherheitspolitischen Zeitenwende."VerteidigungsfĂ€higkeit entsteht nicht auf dem Papier, sondern vor Ort.

Deshalb brauchen wir jetzt eine echte Bund-LĂ€nder-Partnerschaft fĂŒr die Zeitenwende. Die entscheidet sich nicht allein in Berlin, sondern in den LĂ€ndern", sagte die stellvertretende NRW-MinisterprĂ€sidentin Neubaur der "Welt".

Ohne verfĂŒgbare FlĂ€chen, schnelle Genehmigungen, FachkrĂ€fte und regionale Innovationsökosysteme blieben BundesbeschlĂŒsse wirkungslos. "Wer VerteidigungsfĂ€higkeit ernst meint, muss die LĂ€nder systematisch einbinden", so Neubaur.

Laut der "Welt" hat Neubaur deshalb einen Brandbrief an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) geschickt. Darin betont Neubaur zwar anerkennend, dass der Bund mit dem "Sondervermögen" und Investitionsimpulsen wichtige Signale gesetzt habe, allerdings seien aus ihrer Sicht die BundeslĂ€nder "bislang weder strategisch ausreichend berĂŒcksichtigt noch strukturell in das Handeln des Bundes eingebunden".

Neubaur wird dem Vernehmen nach ziemlich deutlich in dem Schreiben: "Angesichts der Dringlichkeit der Lage ist dieses Defizit nicht lĂ€nger hinnehmbar." Die GrĂŒnen-Politikerin hĂ€lt "eine deutlich stĂ€rkere, systematische Einbindung der LĂ€nder in die strategische Weiterentwicklung der Zeitenwende fĂŒr zwingend erforderlich" und schlĂ€gt eine "gemeinsame Konferenz von Bund und LĂ€ndern zur StĂ€rkung der Verteidigungsindustrie" vor.

Aus ihrer Sicht soll es das Ziel sein, ein gemeinsames Lagebild zu entwickeln, die Rollen und Verantwortlichkeiten von Bund und LĂ€ndern klar zu bestimmen, bestehende Initiativen verbindlich aufeinander abzustimmen und ein verlĂ€ssliches Format der Zusammenarbeit zu etablieren. Mit einem solchen Format ließen sich die politischen Zielsetzungen des Bundes schneller, wirksamer und passgenauer umsetzen.

Neubaur hebt auch die maßgebliche Bedeutung der LĂ€nder bei der Zeitenwende hervor. Sie seien der zentrale Ermöglicher fĂŒr Investitionen, Ansiedlungen und den Aufbau industrieller KapazitĂ€ten. Zentrale Voraussetzungen hierfĂŒr - etwa FlĂ€chenverfĂŒgbarkeit, Genehmigungsprozesse, FachkrĂ€fteentwicklung, Infrastruktur oder regionale Förderinstrumente - lĂ€gen ĂŒberwiegend in deren ZustĂ€ndigkeit. Die Weichenstellungen erfolgten maßgeblich auf LĂ€nder- und Kommunalebene. Dort fĂ€nden auch die demokratischen Aushandlungs- und Beteiligungsprozesse statt, "ohne die sich der gesellschaftliche RĂŒckhalt fĂŒr die Zeitenwende nicht dauerhaft organisieren" lasse, so Neubaur.

@ dts-nachrichtenagentur.de