PalĂ€stina-Demo: GroĂe Mobilisierung zu PalĂ€stina-Demo
16.10.2023 - 10:53:17Die Polizei ist von der massiven Mobilisierung zu der zunĂ€chst nicht verbotenen palĂ€stinensischen Demonstration in Berlin am Sonntagabend offenbar ĂŒberrascht worden. «Die Polizei und ich hĂ€tten gerne diese unertrĂ€glichen Bilder verhindert am Potsdamer Platz», sagte PolizeiprĂ€sidentin Barbara Slowik im Innenausschuss.
Erst im Lauf des Sonntagnachmittags sei in der Community intensiv ĂŒber das Internet und die ChatkanĂ€le fĂŒr die eigentlich kleine Demonstration zum Israel-Konflikt geworben worden. Dann habe es einen heftigen Zustrom von Menschen zum Potsdamer Platz gegeben, woraufhin die Polizei die bis dahin nicht untersagte Demonstration dann doch verboten habe.
Gleichzeitig seien aber 500 Demonstranten am Potsdamer Platz angekommen, sagte Slowik. Schell waren es dann mehr als 1000 Demonstranten. Eine erfahren Polizistin habe gesagt, eine solche Dynamik des Zustroms habe sie noch nie erlebt.
Wasserwerfer wurde nicht eingesetzt
Viele trugen PalÀstinaflaggen und israelkritische Plakate. Die Polizei schritt ein und rÀumte den Platz. dpa-Reporter beobachteten Rangeleien und mehrere Festnahmen. Es wurden GegenstÀnde geworfen, die Polizei ging mit Pfefferspray vor.
Wegen der aggressiven Stimmung ist laut Slowik ein Wasserwerfer zu der Demonstration gefahren. Wegen der Gefahr der Eskalation und auch weil viele Kinder und Kinderwagen dort waren, sei er nicht eingesetzt worden. Rund 800 Polizisten seien im Einsatz gewesen, 24 seien verletzt worden. 155 Demonstranten seien festgenommen worden. Die Polizei habe 80 Strafanzeigen gestellt. Dazu kĂ€men 68 Ordnungswidrigkeiten wegen VerstöĂen gegen das Demonstrationsrecht.
Seit dem Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober mit Hunderten Toten kam es in Berlin immer wieder zu pro-palĂ€stinensischen Demonstrationen, bei denen einige Teilnehmer die Hamas bejubelten. Zudem wurden anti-israelische Schmierereien und Davidsterne an HĂ€usern entdeckt. JĂŒdische Berliner sorgen sich um ihre Sicherheit.


