SPD, Programm

SPD will sich bis 2027 neues Programm geben

02.06.2025 - 15:11:33

Personell hat sich die SPD nach der Wahlklatsche neu aufgestellt. Doch was ist mit dem Programm? DafĂŒr gibt sich die Partei einen ambitionierten Zeitplan.

Die SPD will sich vor der Bundestagswahl 2029 ein neues Grundsatzprogramm geben. Nach der historischen Wahlniederlage im Februar könne in der Partei «kein Stein ĂŒber dem anderen bleiben», sagte der designierte GeneralsekretĂ€r Tim KlĂŒssendorf in Berlin. Die SPD mĂŒsse ihre Grundwerte von Freiheit, Gerechtigkeit und SolidaritĂ€t neu formulieren und sich so neu die Karten legen. 

Der Prozess soll auf dem Parteitag Ende Juni angestoßen werden. Bis 2027 soll das neue Parteiprogramm stehen, das dann nicht nur Fundament fĂŒr die tĂ€gliche Arbeit sein soll, sondern auch fĂŒr das Programm zur Bundestagswahl 2029. 

Parteispitze rÀumt Fehler ein

Zuletzt habe der SPD ein rundes inhaltliches Paket gefehlt, rĂ€umte KlĂŒssendorf ein. Zu hĂ€ufig habe man zielgruppenspezifische Angebote gemacht und nur einzelne Politikinhalte adressiert. Nötig sei nun eine grundsĂ€tzliche programmatische KlĂ€rung.

Im Entwurf fĂŒr den Parteitag-Leitantrag rĂ€umt die SPD-Spitze Fehler ein: «Unsere politische Kommunikation war oft zu komplex, hat die GefĂŒhle und Lebenslagen der Menschen nicht erreicht und wurde zu oft als PR verstanden – nicht als Dialog.» Strategisch sei man nicht klar genug gewesen. Dadurch sei viel Vertrauen verloren gegangen.

Parteitag mit Neuwahlen

Die SPD hatte bei der Bundestagswahl mit nur 16,4 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik erreicht. Beim Parteitag Ende Juni soll nun die Spitze gewĂ€hlt werden - eine völlige Neuaufstellung ist allerdings nicht geplant. Vizekanzler Lars Klingbeil will Parteichef bleiben. Als Co-Parteichefin tritt Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas an. KlĂŒssendorf soll GeneralsekretĂ€r werden und damit auf den neuen Fraktionschef Matthias Miersch folgen.

@ dpa.de