WM, USA

Pokal von Trump: Spaniens Weltmeister lassen Messi weinen

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 01:13 Uhr | dpa.de

Das Endspiel ist lange eine zĂ€he Angelegenheit. Doch Spanien dominiert - und schlĂ€gt in der VerlĂ€ngerung gegen zehn Argentinier zu. FĂŒr Messi bleibt die Krönung aus, er weint auf dem Rasen.

  • KapitĂ€n Rodri und die Spanier sind Weltmeister. - Bild: Tom Weller/dpa
    KapitÀn Rodri und die Spanier sind Weltmeister. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Argentinien kam ĂŒber robuste ZweikĂ€mpfe ins Spiel. - Bild: Tom Weller/dpa
    Argentinien kam ĂŒber robuste ZweikĂ€mpfe ins Spiel. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Messi blieb in seinem dritten WM-Finale zunĂ€chst unauffĂ€llig. - Bild: Tom Weller/dpa
    Messi blieb in seinem dritten WM-Finale zunÀchst unauffÀllig. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Europameister Spanien hatte wie gewohnt viel Ballbesitz. - Bild: Tom Weller/dpa
    Europameister Spanien hatte wie gewohnt viel Ballbesitz. - Bild: Tom Weller/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump sah beim Finale in East Rutherford zu. - Bild: Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump sah beim Finale in East Rutherford zu. - Bild: Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa
  • Messi nach dem Gegentreffer in der VerlĂ€ngerung. - Bild: Tom Weller/dpa
    Messi nach dem Gegentreffer in der VerlÀngerung. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Frust nach dem Finale: Messi setzte sich zunĂ€chst auf den Rasen. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa
    Frust nach dem Finale: Messi setzte sich zunÀchst auf den Rasen. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa
  • Messi schĂŒttelt US-PrĂ€sident Trump die Hand. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa
    Messi schĂŒttelt US-PrĂ€sident Trump die Hand. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa
KapitĂ€n Rodri und die Spanier sind Weltmeister. - Bild: Tom Weller/dpa Argentinien kam ĂŒber robuste ZweikĂ€mpfe ins Spiel. - Bild: Tom Weller/dpa Messi blieb in seinem dritten WM-Finale zunĂ€chst unauffĂ€llig. - Bild: Tom Weller/dpa Europameister Spanien hatte wie gewohnt viel Ballbesitz. - Bild: Tom Weller/dpa US-PrĂ€sident Trump sah beim Finale in East Rutherford zu. - Bild: Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa Messi nach dem Gegentreffer in der VerlĂ€ngerung. - Bild: Tom Weller/dpa Frust nach dem Finale: Messi setzte sich zunĂ€chst auf den Rasen. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa Messi schĂŒttelt US-PrĂ€sident Trump die Hand. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa

Lionel Messi weinte nach dem geplatzten WM-Traum bitterlich vor Argentiniens Fans, die spanischen Weltmeister begannen nach der PokalĂŒbergabe von Donald Trump ihre rauschende Titelparty. Als Rodri die goldene TrophĂ€e um 18:43 Uhr Ortszeit aus den HĂ€nden des US-PrĂ€sidenten erhielt, wartete der KapitĂ€n noch einen Moment, ehe sich Trump aus der Mitte des spanischen Teams entfernte - und reckte den Pokal erst dann in den Himmel von East Rutherford.

Auf dem Weg zur Siegerehrung waren Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino mit lauten Buhrufen bedacht worden. Denn die große BĂŒhne sollte nach Meinung der Fans den Sportlern gehören. Held des Abends wurde in dem lange einseitigen Endspiel nicht Messi oder Lamine Yamal, sondern Joker Ferran Torres, der beim 1:0 (0:0, 0:0) nach VerlĂ€ngerung das entscheidende Tor schoss. 

«Ich bin stolz, stolz auf diese Mannschaft und auf diese Generation, die sich mit dieser Spielidee durchgesetzt hat», sagte Spaniens Trainer Luis de la Fuente nach dem Sieg ĂŒber den entthronten Titelverteidiger.

Argentiniens Trainer: MĂŒssen GrĂ¶ĂŸe zeigen

FĂŒr den 39 Jahre alten Messi war es die wohl letzte Chance, sich nach 2022 ein zweites Mal zu krönen. Argentiniens Superstar wirkte zunĂ€chst beherrscht, begann mit der Silbermedaille um den Hals dann doch noch zu schluchzen.

«Ich empfinde jetzt Traurigkeit, aber vor allem verspĂŒre ich unendliche Dankbarkeit gegenĂŒber diesen Jungs, denn so weit zu kommen, erfordert eine enorme Anstrengung. Wir zeigen GrĂ¶ĂŸe im Sieg und mĂŒssen sie auch in der Niederlage zeigen», sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni. Die Albiceleste hatte sich den Titel mit ihrem destruktiven Auftritt im Endspiel auch nicht wirklich verdient.

Stattdessen belohnte Torres die ĂŒberlegenen Spanier. «Ich denke, dass wir durch dieses Tor endlich erlöst wurden», sagte Torres, der die komplette WM nur als Joker fungierte. «Gegen Messi bist du immer nervös, aber wir haben immer an uns geglaubt.» Der große Moment des Fußball-Genies blieb diesmal aus.

De la Fuente triumphiert als Àltester Trainer der WM-Historie

Aus den Boxen dröhnte in den Minuten nach dem Abpfiff vor 80.663 Zuschauern der Party-Klassiker Eviva España. Vor dem Triumph unweit von New York, bei dem Spanien ĂŒber die komplette Spieldauer dominierte, hatten die Iberer den wichtigsten Pokal im Weltfußball 2010 in SĂŒdafrika geholt.

Torres hatte in der 106. Minute das entscheidende Tor fĂŒr die Spanier erzielt. Der 65 Jahre alte de la Fuente gewann als Ă€ltester Trainer der WM-Historie den Titel. Argentiniens Mittelfeldmann Enzo FernĂĄndez musste in der Nachspielzeit der regulĂ€ren Spielzeit wegen eines Foulspiels mit Gelb-Rot vom Rasen. Die erste Verwarnung hatte er vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic wegen Reklamierens gesehen.

Trump, Infantino und etliche Stars schauen zu

Neben US-PrĂ€sident Trump und FIFA-Boss Infantino saßen zahlreiche weitere Promis aus der Sport- und Show-Welt auf der TribĂŒne: Tom Cruise, Rihanna, David Beckham und Jay-Z etwa. Sie sahen eine zĂ€he erste Halbzeit - und dann eine klare Steigerung der Spanier.

Die Argentinier hĂ€tten als drittes Team nach Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962) den WM-Titel erfolgreich verteidigen können. Stattdessen wurde der Champion von 2022 entthront. Messi, der achtmalige Weltfußballer, war im Endspiel kaum zu sehen, in der VerlĂ€ngerung senkte sich eine Flanke auf das Tornetz. Generell enttĂ€uschte Argentiniens Offensive komplett und blieb ĂŒber die ersten 110 Minuten vollkommen wirkungslos.

Argentinien setzt auf Messi - Spanien auf Kontrolle

Messi hatte die Argentinier bei seiner sechsten WM ins Finale getragen. Und das nicht nur mit seinen Toren und Vorlagen. Der Routinier ist fĂŒr die Teamkollegen Idol und Fixpunkt gleichermaßen. Wann immer es eng fĂŒr sie wurde, suchten sie den Ausnahmekönner in der Offensive. So kĂ€mpfte sich die Albiceleste in der K.-o.-Phase Runde fĂŒr Runde weiter. Mit spĂ€ten Aufholjagden und zweimal sogar ĂŒber die VerlĂ€ngerung.

Spaniens Lamine Yamal und Argentiniens Messi standen schon vor der Partie im Fokus - nicht zuletzt wegen ihres legendÀren gemeinsamen Badewannen-Fotos vor knapp 19 Jahren. Und sie hatten auch gleich die ersten Szenen im Spiel. 

Ein Abschluss von Yamal landete in den Armen von Argentinien-Keeper Emiliano Martínez (5.). Im Gegenzug tauchte Messi, der als erster Spieler der WM-Historie sein drittes Finale von Beginn an bestritt, frei vor Unai Simón auf. Doch Spaniens Schlussmann eilte rechtzeitig aus seinem Kasten und klÀrte.

Ansonsten? Viele PÀsse beim Europameister und zunÀchst nur wenig Spektakel. Die Spanier streuten auf dem viel kritisierten Finalrasen von East Rutherford ungewohnte Ungenauigkeiten ein, die auf Konter lauernden Argentinier konnten die Angebote aber nicht nutzen.

Womöglich hatten de la Fuente und Scaloni ihre Mannschaften aber auch einfach perfekt auf den jeweiligen Gegner eingestellt. Die beiden Coaches sind befreundet. De la Fuente war einst Scalonis Lehrer, als der in einem Sonderprogramm des spanischen Verbands seinen Trainerschein machte.

Spanien erhöht den Druck - Fernåndez fliegt

Nach der stimmungsvollen Halbzeit-Show mit den Popstars Madonna, Shakira und Justin Bieber hofften die Fans im gigantischen Football-Stadion vor den Toren New Yorks auch auf mehr sportliche Unterhaltung. Spaniens Álex Baena versuchte sich direkt, sein Schuss war aber zu ungenau (46.).

Nach und nach entwickelten die Iberer mit ihrem Kombinationsspiel nun aber mehr Zug zum Tor. De la Fuente versuchte, die Offensive unter anderem durch die Hereinnahmen von Pedri und Torres vom FC Barcelona weiter anzukurbeln. Dazu zeigte der ansonsten herausragende MartĂ­nez im Tor der Argentinier Unsicherheiten - vor allem bei einem Schuss des frĂŒheren Leipzigers Dani Olmo (64.).

Torres trifft in der VerlÀngerung

Die Spanier erhöhten zunehmend den Druck, MartĂ­nez musste mehrfach eingreifen - auch gegen Yamal (90.+8). Von Argentinien kam offensiv weiter gar nichts. Als FernĂĄndez nach einem Foul vom Feld musste, ging es fĂŒr den Titelverteidiger nur noch darum, sich ins Elfmeterschießen zu retten.

Dann erlöste Torres die Spanier direkt zum Start der zweiten Halbzeit in der VerlÀngerung. Per Direktabnahme verwandelte der Joker mit links und machte damit Spaniens zweiten WM-Triumph perfekt - 2010 hatte Andrés Iniesta gegen die Niederlande ebenfalls das 1:0-Siegtor in der VerlÀngerung geschossen.

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