Steinmeier empfÀngt Polens PrÀsidenten Nawrocki
16.09.2025 - 10:43:57Polens neuer PrĂ€sident Karol Nawrocki hat seinen Antrittsbesuch in Berlin begonnen. BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier begrĂŒĂte seinen rechtskonservativen Kollegen mit militĂ€rischen Ehren vor dem Schloss Bellevue. Nach dem obligatorischen Eintrag ins GĂ€stebuch fĂŒhrten beide ein GesprĂ€ch miteinander. AnschlieĂend wollte sich Nawrocki mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einem Meinungsaustausch treffen.
Nawrocki will Reparationsfrage ansprechen
Unmittelbar vor dem Eintreffen in Berlin bekrĂ€ftigte Nawrocki die Forderung nach Reparationszahlungen Deutschlands fĂŒr die von seinem Land im Zweiten Weltkrieg erlittenen SchĂ€den. «Das ist eine Sache, die fĂŒr die Polen wichtig ist. Und sie wird auch Gegenstand der GesprĂ€che unter Partnern sein», sagte er der «Bild»-Zeitung.Â
Deutschland lehnt solche Reparationsforderungen ab. Aus Sicht der Bundesregierung ist die Reparationsfrage rechtlich abschlieĂend geklĂ€rt. Auch Steinmeier hat diese Position immer wieder bekrĂ€ftigt. Nawrocki widersprach dieser Ansicht: «Die Frage der Reparationen ist natĂŒrlich nicht rechtlich abgeschlossen.»
Summe von 1,3 Billionen Euro steht im Raum
«Ich bin fest davon ĂŒberzeugt, dass wir mit dem Bundeskanzler und mit Herrn BundesprĂ€sidenten zu einer Einigung kommen werden», sagte der polnische PrĂ€sident der «Bild». Er beharrt auf Reparationszahlungen in Höhe von 1,3 Billionen Euro. «Das ist die einzige Zahl, die ihren Bezugspunkt in einer sehr tiefgreifenden, fundierten wissenschaftlichen Forschung hat.»
Die rechtskonservative Partei PiS, der Nawrocki nahesteht, hatte in ihrer Regierungszeit zu dieser Frage eine Parlamentskommission eingesetzt. Diese bezifferte vor drei Jahren die Reparationshöhe auf 1,3 Billionen Euro.


