Politische Entscheidungen 2017 - und deren EinflĂŒsse auf die MĂ€rkte
09.01.2018 - 16:22:23Blickt man Ende November auf das Jahr 2017 zurĂŒck, so wird man schnell feststellen, dass es einen roten Faden gab, der auch noch heute gut zu erkennen ist: politische Risiken. Anfang des Jahres war es Donald J. Trump, der 45. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, der Handelskriege androhte; im FrĂŒhjahr blickten die Anleger nervös in Richtung Niederlande und Frankreich und fĂŒrchteten sich vor den Rechtspopulisten Geert Wilders und Marine Le Pen.
Blickt man Ende November auf das Jahr 2017 zurück, so wird man schnell feststellen, dass es einen roten Faden gab, der auch noch heute gut zu erkennen ist: politische Risiken. Anfang des Jahres war es Donald J. Trump, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, der Handelskriege androhte; im Frühjahr blickten die Anleger nervös in Richtung Niederlande und Frankreich und fürchteten sich vor den Rechtspopulisten Geert Wilders und Marine Le Pen. Plötzlich gab es richtige Schreckensszenarien der Ökonomen und Analysten, die von einer „rechten Gefahr“ sprachen. Nun blickt man nach Deutschland - die Jamaika-Koalition wird es nicht geben. Der Euro gab zu Beginn zwar etwas nach und der DAX eröffnete eine Spur schwächer, jedoch gingen die Finanzmärkte schnell wieder zur Tagesordnung über. Schon am Nachmittag kletterte der Euro auf 1,1736 US Dollar und war somit kaum gefallen. Auch der DAX konnte auf 13.059 Punkte klettern und schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent. Entsprechend offensichtlich ist es, dass „politische Krisen“ definitiv Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben.
Quelle: https://pixabay.com/de/politik-politischen-wahl-buchstaben-2361943/
Liegen die besonnen Köpfe also richtig, wenn sie meinen, „politische Börsen haben immer kurze Beine“? Fakt ist, dass die Niederländer und die Franzosen nicht nach rechts gerückt sind - sie erteilten den Börsen-Schreckgespenstern Wilders und Le Pen eine deutliche Abfuhr. Der prophezeite Crashkurs, der wie das Damoklesschwert über die Anleger schwebte, blieb aus - die europäischen Aktienmärkte setzten sogar zu einer richtigen Erleichterungsrally an. Die nächsten Schreckensmeldungen gab es im Spätsommer - abermals war Donald J. Trump in den Mittelpunkt gerückt. „Wir werden Nordkorea mit Feuer, Wut und auch einer Macht begegnen, die die Welt noch nie gesehen hat“, so der amerikanische Präsident, der lautstark auf die nordkoreanischen Atomtests reagierte, die von Kim Jong-un, Nordkoreas Diktator, veranlasst wurden. Es kam zum verbalen Schlagabtausch. Kurzzeitig brachen die Börsen ein, doch schon im September durften sich die Anleger wieder über neue Rekorde freuen. „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ - eine alte Börsenweisheit, an die viele Anleger gedacht haben mussten, als Trump und Kim Jong-un den „verbalen Krieg“ begannen. Aber nicht nur der nordkoreanische Diktator und der amerikanische Präsident beeinflussten die Finanzmärkte - im Mittelpunkt stand auch immer wieder Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank. Abermals wurde das Ende der ultralockeren Geldpolitik der EZB gefordert, abermals sprach sich Draghi dagegen aus. Die „unendliche Geschichte“ wurde auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Ob Kritiker oder Befürworter - in einem Punkt sind sich beide Seiten aber einig: Der Weg, den die EZB eingeschlagen hat, kann nicht ewig fortgesetzt werden - irgendwann müssen die Anleihenkäufe reduziert und der Leitzinssatz erhöht werden. 2018 wird das, so Insider, aber nicht passieren. Nun spekulieren die Anleger mit einer Trendumkehr im Jahr 2019. Die „unendliche Geschichte“ wird also im Jahr 2018 fortgesetzt werden.
Kommt es zu Neuwahlen?
Auch in Deutschland steht eine „unendliche Geschichte“ im Raum - die Rede ist von der Bundestagswahl, die wohl im Jahr 2018 wiederholt werden könnte. Die Jamaika-Sondierungsgespräche führten nicht zum Erfolg. Auch eine „große Koalition“ wird es nicht geben: SPD-Chef Schulz will nicht mit Merkel regieren, diese lehnt zudem auch eine Minderheitsregierung ab. Neuwahlen sind also die logische Folge. Die deutsche Konjunktur wird, so Insider, aber nur begrenzt belastet werden. Das liegt vor allem an den steigenden Unternehmensgewinnen, die auch im Jahr 2018 dafür verantwortlich sein werden, dass die Aktienmärkte stabil bleiben. Selbst die „deutsche Krise“ scheint kaum Auswirkungen auf die Finanzmärkte zu haben. Jedoch geht Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der „Landesbank Hessen-Thüringen“, davon aus, dass nun eine „längere Phase der wirtschaftspolitischen Unsicherheit“ kommen wird. Unternehmen werden also zurückhaltender werden, wenn es um Investitionen geht. „Das Ende der Sondierungsgespräche hat natürlich einen Einfluss auf die Durchschlagskraft der Bundeskanzlerin“, so Traud.
