Politischer Irrweg: Prohibition verfehlt das Ziel und stÀrkt den Schwarzmarkt
12.09.2025 - 09:50:00Bereits jetzt sind AuszĂŒge bekannt geworden, die den Befund klar umreiĂen: Die gegenwĂ€rtige, in Deutschland irregeleitete Regulatorik kann im europĂ€ischen Vergleich nicht mithalten und stĂ€rkt den illegalen Markt und den illegalen Handel.
WĂ€hrend andere europĂ€ische LĂ€nder risikodifferenzierte Regeln etabliert haben, die Verbraucher schĂŒtzen, den Jugendschutz durchsetzen und zugleich legale, kontrollierte KanĂ€le stĂ€rken, erzeugt das deutsche Vorgehen vor allem WidersprĂŒche - mit schweren Nebenwirkungen auf Markt, Vollzug und GlaubwĂŒrdigkeit der Gesundheitspolitik.
"Prohibition ist kein Steuerungsinstrument, sondern eine VerdrÀngungsmaschine", sagt Andrews. "Wir sehen, wie Nachfrage aus dem sichtbaren in den unkontrollierten Bereich rutscht - genau dort, wo staatliche Leitplanken am wenigsten greifen."
Kern der Kritik ist die faktische Behandlung von oral nicotine products (ONP) als Lebensmittel. Ein oromukosales Produkt an lebensmittelrechtlichen Grenzwerten zu messen, fĂŒhrt in der Praxis zu einem Regime, das legale, qualitĂ€tsgesicherte Angebote nahezu ausschlieĂt - und damit den gegenteiligen Effekt erzielt: Konsum verschiebt sich in Grauzonen und auf den Schwarzmarkt. Dort fehlten dann Altersverifikation, Produktsicherheit, verlĂ€ssliche Dosierung und nachvollziehbare Lieferketten. Gleichzeitig treten Angebote auf, die mit ĂŒberzogenen NikotinstĂ€rken und kinderaffiner Gestaltung werben. Was als Schutz vor Risiken gedacht war, erzeugt so neue erheblich erhöhte Risiken - insbesondere fĂŒr Jugendliche und fĂŒr erwachsene Konsumentinnen und Konsumenten, die bewusst von der Zigarette weg in weniger schĂ€dliche Alternativen wechseln möchten.
Der Report ordnet die Evidenz nĂŒchtern: ONP sind kein risikofreies Produkt, sie werden jedoch - in der Gesamtschau vergleichender Quellen - als deutlich weniger schĂ€dlich als das Zigarettenrauchen eingeordnet. In Staaten, die diese Relationen in ihrer Regulierung abbilden, zeigt sich schnellerer Fortschritt bei der Reduktion rauchbedingter SchĂ€den.
Entscheidend ist dabei nicht die rhetorische Frontstellung "pro oder contra", sondern die funktionierende Regulierung: klare Produktstandards, eindeutige Kennzeichnung, wirksame Alterskontrollen, konsequente Marktaufsicht und eine Besteuerung, die den relativen Schadensunterschied zur Zigarette sichtbar macht, ohne neue Einstiegstore fĂŒr Jugendliche zu öffnen.
Im europĂ€ischen Vergleich wird deutlich, woran es in Deutschland hakt: Andere LĂ€nder haben prĂ€zise Produktkategorien und Positivlisten eingefĂŒhrt, definieren realistische Nikotinobergrenzen und koppeln die Inverkehrbringung an Registrierung, QualitĂ€tsnachweise und stichprobenartige Kontrolle. Sie setzen auf digitale und physische Altersverifizierung mit niedriger UmgehungsanfĂ€lligkeit, flankiert von transparenten Informationspflichten fĂŒr Hersteller und HĂ€ndler.
Deutschland hingegen verwaltet einen Einordungsfehler und verliert damit zugleich die steuernde Hand: Wo Rechtssicherheit fehlt, entstehen Vollzugsinseln; wo legale Angebote blockiert werden, wÀchst der Schwarzmarkt.
Tim Andrews' Schlussfolgerung lautet deshalb nicht "liberalisieren", sondern "regulieren, und zwar richtig": Ein kohĂ€renter Rahmen fĂŒr Nicotin pouches als tabakverwandtes Produkt, der Produktspezifikationen (Reinheit, verbotene Zusatzstoffe, nachvollziehbare Nikotindosierung) verbindlich macht, Kennzeichnung und VerbraucheraufklĂ€rung laienverstĂ€ndlich vorschreibt, 18+ mit belastbarer AltersprĂŒfung durchsetzt und durch Registrierung, MarktĂŒberwachung, RĂŒckruf- und Sanktionsmechanismen abgesichert ist.
RiskoadÀquate Besteuerung
ErgĂ€nzend braucht es eine risikoadĂ€quate Besteuerung, die den Umstieg erwachsener Raucherinnen und Raucher vom Verbrennungsprodukt belohnt, ohne zusĂ€tzliche AttraktivitĂ€t fĂŒr Nichtraucher oder MinderjĂ€hrige zu schaffen.
Damit Regulierung lernfĂ€hig bleibt, empfiehlt der Report ein laufendes Monitoring zentraler Indikatoren - von Konsummustern ĂŒber QualitĂ€tsmeldungen bis zu Entwicklungen im illegalen Handel - mit regelmĂ€Ăiger Veröffentlichung, damit Politik und Behörden evidenzbasiert nachsteuern können.
"Unser Ziel ist weder Verharmlosung noch Marketing", betont Andrews. "Es geht darum, Verantwortung dorthin zu verlagern, wo sie wirkt: in klare, ĂŒberprĂŒfbare Regeln. Wer die Schadenslast des Rauchens wirklich senken will, braucht Steuerung statt Scheinlösungen."
Mit der Vorstellung des Reports am 16. September 2025 lĂ€dt PDNW zu einer sachlichen Debatte ein, die ĂŒber Lagerdenken hinausreicht. Die vorab kursierenden AuszĂŒge skizzieren die Richtung; die vollstĂ€ndige Analyse liefert die Grundlage, um eine zeitgemĂ€Ăe, europafĂ€hige Regulierung zu entwerfen, die öffentliche Gesundheit, Jugendschutz und rechtsstaatliche Durchsetzung zusammenfĂŒhrt - und Deutschland wieder auf Augenhöhe mit den besseren europĂ€ischen Beispielen bringt.
http://prohibitiondoesnotwork.com
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