Raed Saleh, Berliner SPD

Raed Saleh kandidiert nicht wieder als SPD-Fraktionschef in Berlin

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh zieht Konsequenzen aus dem historischen Wahldebakel seiner Partei. Der 49-Jährige will nicht erneut für den Fraktionsvorsitz kandidieren.

SPD-Fraktionsvorsitzender Raed Saleh will nicht erneut kandidieren. (Archivbild) - Bild: Carsten Koall/dpa
SPD-Fraktionsvorsitzender Raed Saleh will nicht erneut kandidieren. (Archivbild) - Bild: Carsten Koall/dpa

Berlins SPD-Fraktionsvorsitzender Raed Saleh will nach dem desaströsen Ergebnis seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl nicht wieder für das Amt kandidieren.

Entscheidung nach Wahlniederlage

Das teilte der 49-Jährige am Nachmittag mit. Saleh zieht damit eine personelle Konsequenz aus dem Abschneiden der Berliner SPD bei der Wahl.

SPD mit historischem Tiefstand

Die Sozialdemokraten kamen bei der Abgeordnetenhauswahl auf 12,1 Prozent der Stimmen. Damit erzielte die Partei ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl.

Koalition verliert Mehrheit

Die bisher regierende Koalition aus CDU und SPD verlor ihre Mehrheit. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, vor CDU, AfD, Grünen und SPD.

Saleh war seit Jahren eine prägende Figur der Berliner SPD-Fraktion. Mit seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur steht nun eine Neuordnung an der Fraktionsspitze bevor.

Historischer Tiefpunkt für die Berliner SPD

Die Berliner SPD kam bei der Abgeordnetenhauswahl auf 12,1 Prozent der Zweitstimmen und erzielte damit ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Wahl zum Landesparlament. Gegenüber 2023 verlor sie 6,3 Prozentpunkte. Die CDU-SPD-Koalition verlor zugleich ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus.

Das Ergebnis steht in einem deutlich veränderten Berliner Parteiensystem. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von CDU, AfD und Grünen. Themen wie Mieten und soziale Sicherheit prägten die Wahl; die Linke konnte dort besonders stark mobilisieren. Für die SPD stellt sich damit nicht nur die Frage nach Personal, sondern auch nach ihrer politischen Schwerpunktsetzung.

Folgen für Fraktion und Regierungsbildung

Salehs angekündigter Verzicht eröffnet in der SPD-Fraktion eine personelle Neuordnung. Zugleich bleibt offen, welche Rolle die Partei in der künftigen Landesregierung spielen wird. Rechnerisch kommen mehrere Bündnisse infrage, politisch bestehen jedoch erhebliche Unterschiede bei der Wohnungs- und Sozialpolitik.

Für Berlinerinnen und Berliner dürfte der Führungswechsel vor allem dann Bedeutung gewinnen, wenn die SPD ihre Bedingungen für mögliche Koalitionsgespräche neu bestimmt. Besonders konfliktträchtig ist die von der Linken angestrebte Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen, die die SPD ablehnt. Die Entscheidung über Salehs Nachfolge wird daher auch als Signal für den weiteren Kurs der Landespartei verstanden werden.

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