Rechtsextremismus, Spreewald

Rechte Anfeindungen: Lehrer wirft Behörden VersÀumnisse vor

15.07.2023 - 10:36:33

Rechtsextremistische VorfÀlle an einer Schule im Spreewald, ein Brandbrief zweier Lehrer - und keine klare Haltung der Behörden. Das zumindest kritisiert der Lehrer Max Teske, der die Schule nun verlÀsst.

Nach dem Weggang von seiner Schule im Spreewald wegen rechter Anfeindungen kritisiert der Lehrer Max Teske die Schulbehörden in Brandenburg.

«Ich habe eine klare Haltung vermisst. Niemand hat sich vor uns gestellt und ganz offen gesagt, dass sie uns unterstĂŒtzen und alles Mögliche dafĂŒr tun werden, dass Rechtsextremismus keinen Platz an Schulen hat», sagt Teske der «MĂ€rkischen Allgemeinen» mit Blick auf das Staatliche Schulamt in Cottbus und das Bildungsministerium. «Stattdessen gab es zahlreiche Lippenbekenntnisse. Aber das reicht nicht aus.»

Teske und seine Kollegin Laura Nickel hatten im April in einem Brandbrief tÀgliche rechtsextremistische VorfÀlle an ihrer Schule in Burg im Spreewald öffentlich gemacht. Sie waren danach zunehmend Anfeindungen ausgesetzt und wurden auch in einem sozialen Netzwerk bedroht.

Beide Lehrer kĂŒndigten am Mittwoch an, die Schule zu wechseln. Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) hatte Kritik zurĂŒckgewiesen. Das Schulamt sei nach dem anonymen Brandbrief sofort tĂ€tig geworden und er habe den beiden LehrkrĂ€ften persönlich seine UnterstĂŒtzung angeboten.

Teske schlĂ€gt vor, LehrkrĂ€fte besser fĂŒr den Umgang mit rechtsextremistischen VorfĂ€llen vorzubereiten. «Wir brauchen verpflichtende Fortbildungen fĂŒr Lehrer», sagte er der Zeitung. «Sie mĂŒssen wissen, wie man zum Beispiel rechte Symbole oder Äußerungen erkennt, wie man damit umgeht und wie man Opfer von Rassismus und Rechtsextremismus schĂŒtzt. Gleichzeitig brauchen wir Demokratiebildung in den Schulen - und zwar jetzt.»

@ dpa.de