COP28, Millionen

COP28: 200 Millionen US-Dollar fĂŒr KlimaschĂ€den

30.11.2023 - 13:51:12

Reiche LĂ€nder verursachen viele Treibhausgase, Ă€rmere Staaten trifft die Klimakrise am meisten. Jahrzehntelang forderten diese daher von den Industriestaaten Geld fĂŒr die verursachten SchĂ€den.

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  • Sultan al-Dschaber, Vorsitzender der UN-Klimakonferenz, nimmt an der Eröffnungssitzung teil. - Foto: Peter Dejong/AP/dpa

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Mehr zum Thema in KĂŒrze. - Foto: ---/dpa-Infografik/dpaSultan al-Dschaber, Vorsitzender der UN-Klimakonferenz, nimmt an der Eröffnungssitzung teil. - Foto: Peter Dejong/AP/dpa

Zum Auftakt der Weltklimakonferenz haben Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate ĂŒberraschend 200 Millionen US-Dollar (etwa 183 Millionen Euro) fĂŒr den Ausgleich von KlimaschĂ€den in besonders verwundbaren Staaten zugesagt. Dies sagten der PrĂ€sident der COP28, Sultan al-Dschaber, und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vor dem Plenum in Dubai. Von jedem Land kommen jeweils 100 Millionen.

Damit fließt erstmals Geld in den im vergangenen Jahr auf der UN-Klimakonferenz in Ägypten beschlossenen Fonds. Auch Großbritannien, die USA und Japan machten finanzielle Zusagen.

Auf freiwilliger Basis

Aus dem Geldtopf sollen Hilfen fließen etwa nach Unwettern oder langen DĂŒrren, die auf die ErderwĂ€rmung zurĂŒckzufĂŒhren sind. Einzahlen sollen alle Staaten laut einem vorlĂ€ufigen Kompromissvorschlag aber nur auf freiwilliger Basis, auch eine konkrete Summe wurde bisher nicht verabredet. Klimabedrohte LĂ€nder im globalen SĂŒden wie Inselstaaten erwarten, dass vor allem reiche IndustrielĂ€nder Geld geben. Manche hoffen auf insgesamt dreistellige Milliardensummen jĂ€hrlich.

Gastgeber Al-Dschaber bezeichnete es als «historisch» und «phĂ€nomenal», dass direkt zu Beginn der Konferenz diese Entscheidung getroffen worden sei. Auch Schulze, die per Video nach Dubai zugeschaltet war, sprach von einer «bahnbrechenden Entscheidung fĂŒr die Verwundbarsten». Beide riefen andere Staaten auf, ebenfalls Zusagen zu machen.

Unter Zugzwang

Durch das Vorpreschen stehen nun die weiteren rund 160 Staats- und Regierungschefs, die in den kommenden Tagen auf der Klimakonferenz sprechen werden, unter Zugzwang.

Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) hatte erst kĂŒrzlich die Öl- und Gas-Staaten am Golf, aber auch China aufgefordert, in den Fonds einzuzahlen. Wer geopolitische Verantwortung tragen wolle, mĂŒsse dies auch klimapolitisch tun.

Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot fĂŒr die Welt nannte die AnkĂŒndigung direkt zum Start der Konferenz auch einen «strategisch wichtigen Schachzug». Der Gastgeber und Deutschland zeigten damit auch Schwellen- und ölexportierenden EntwicklungslĂ€ndern: «Der Fonds fĂŒr KlimaschĂ€den ist bereit, aufgefĂŒllt zu werden! Diese haben keine Ausrede mehr, sich vor einer finanziellen AnkĂŒndigung zu drĂŒcken.»

@ dpa.de