COP28: 200 Millionen US-Dollar fĂŒr KlimaschĂ€den
30.11.2023 - 13:51:12Zum Auftakt der Weltklimakonferenz haben Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate ĂŒberraschend 200 Millionen US-Dollar (etwa 183 Millionen Euro) fĂŒr den Ausgleich von KlimaschĂ€den in besonders verwundbaren Staaten zugesagt. Dies sagten der PrĂ€sident der COP28, Sultan al-Dschaber, und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vor dem Plenum in Dubai. Von jedem Land kommen jeweils 100 Millionen.
Damit flieĂt erstmals Geld in den im vergangenen Jahr auf der UN-Klimakonferenz in Ăgypten beschlossenen Fonds. Auch GroĂbritannien, die USA und Japan machten finanzielle Zusagen.
Auf freiwilliger Basis
Aus dem Geldtopf sollen Hilfen flieĂen etwa nach Unwettern oder langen DĂŒrren, die auf die ErderwĂ€rmung zurĂŒckzufĂŒhren sind. Einzahlen sollen alle Staaten laut einem vorlĂ€ufigen Kompromissvorschlag aber nur auf freiwilliger Basis, auch eine konkrete Summe wurde bisher nicht verabredet. Klimabedrohte LĂ€nder im globalen SĂŒden wie Inselstaaten erwarten, dass vor allem reiche IndustrielĂ€nder Geld geben. Manche hoffen auf insgesamt dreistellige Milliardensummen jĂ€hrlich.
Gastgeber Al-Dschaber bezeichnete es als «historisch» und «phĂ€nomenal», dass direkt zu Beginn der Konferenz diese Entscheidung getroffen worden sei. Auch Schulze, die per Video nach Dubai zugeschaltet war, sprach von einer «bahnbrechenden Entscheidung fĂŒr die Verwundbarsten». Beide riefen andere Staaten auf, ebenfalls Zusagen zu machen.
Unter Zugzwang
Durch das Vorpreschen stehen nun die weiteren rund 160 Staats- und Regierungschefs, die in den kommenden Tagen auf der Klimakonferenz sprechen werden, unter Zugzwang.
AuĂenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) hatte erst kĂŒrzlich die Ăl- und Gas-Staaten am Golf, aber auch China aufgefordert, in den Fonds einzuzahlen. Wer geopolitische Verantwortung tragen wolle, mĂŒsse dies auch klimapolitisch tun.
Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot fĂŒr die Welt nannte die AnkĂŒndigung direkt zum Start der Konferenz auch einen «strategisch wichtigen Schachzug». Der Gastgeber und Deutschland zeigten damit auch Schwellen- und ölexportierenden EntwicklungslĂ€ndern: «Der Fonds fĂŒr KlimaschĂ€den ist bereit, aufgefĂŒllt zu werden! Diese haben keine Ausrede mehr, sich vor einer finanziellen AnkĂŒndigung zu drĂŒcken.»





