AsylerstantrÀge, Höchster

AsylerstantrÀge: Höchster Wert seit September 2016

08.11.2023 - 17:15:34

Rekord: 31.887 ErstantrÀge auf Asyl wurden im Oktober in Deutschland gestellt - der höchste Wert seit 2016. Eine Entwicklung, die sich im nÀchsten Jahr fortsetzen könnte.

Die Zahl neuer Asylsuchender in Deutschland hat im Oktober dieses Jahres mit 31.887 den höchsten Wert seit 2016 erreicht. Im damaligen September war die Zahl der ErstantrĂ€ge mit mehr als 70.000 letztmals höher, wie ein Sprecher des Bundesamtes fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) in NĂŒrnberg sagte.

Im bisherigen Verlauf des Jahres 2023 kamen 267.384 ErstantrÀge auf Asyl zusammen. Damit wird 2023 auch das Jahr mit den meisten AsylantrÀgen seit dem Rekordjahr 2016 werden. Damals waren 722.370 ErstantrÀge auf Asyl gestellt worden.

Woher kommen die meisten Antragsteller?

Die meisten Antragsteller auf Asyl kamen der Statistik des Bundesamtes zufolge 2023 bisher aus Syrien mit 83.336 gefolgt von der TĂŒrkei mit 45.086 und Afghanistan mit 43.958.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Throm, kritisierte: «Diese massive Migrationskrise war lange absehbar, und dennoch hat die Ampel nie gegengesteuert.» Die Entwicklung werde aller Voraussicht nach im nĂ€chsten Jahr ihre Fortsetzung finden, «da auch die BeschlĂŒsse des Bundeskanzlers daran nichts Ă€ndern werden», sagte der CDU-Politiker.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte mit den MinisterprĂ€sidenten der BundeslĂ€nder einen Kompromiss erarbeitet, der unter anderem darauf abzielt, die Anreize fĂŒr Asylbewerber zu verringern. Bei der Finanzierung der Kosten zahlt der Bund kĂŒnftig eine Pauschale von jĂ€hrlich 7500 Euro pro Asylbewerber, nicht mehr eine Gesamtsumme in Höhe von derzeit 3,7 Milliarden Euro.

BundespolizeiprÀsident: Grenzkontrollen wirken

Aus Sicht von BundespolizeiprĂ€sident Dieter Romann wirken die derzeit ausgeweiteten Grenzkontrollen gegen irregulĂ€re Migration. «Seit Ende Oktober gehen die unerlaubten Einreisezahlen und festgestellten Schleusungsdelikte signifikant zurĂŒck», sagte Romann in Berlin.

Seit Mitte Oktober gibt es zur BekĂ€mpfung von irregulĂ€rer Zuwanderung und SchleuserkriminalitĂ€t stationĂ€re Kontrollen an den Grenzen Deutschlands zu Polen, Tschechien und der Schweiz. An der Grenze zu Österreich waren bereits im Jahr 2015 angesichts zahlreicher FlĂŒchtlinge wieder stationĂ€re Kontrollen eingefĂŒhrt worden. In diesen Grenzabschnitten seien rund 4000 Beamtinnen und Beamte im Einsatz, sagte Romann.

In den vergangenen drei Wochen habe die Bundespolizei, Stand Dienstag, 9622 unerlaubte Einreisen an diesen Grenzabschnitten festgestellt, sagte Romann. In 3900 FĂ€llen seien Betroffene zurĂŒckgewiesen oder zurĂŒckgeschoben worden. Bis Montag seien 236 Schleuser vorlĂ€ufig festgenommen worden mit 4362 geschleusten Personen.

Die Frage, wie viele Menschen, denen die Einreise verweigert worden ist, an anderer Stelle unbemerkt die Grenze passieren, konnte Romann nicht beantworten. «Das ist nicht auszuschließen», rĂ€umte der Behördenchef ein. Er betonte aber, dass Nichtstun fĂŒr ihn keine Option sei. «Die Alternative wĂ€re ein wehrloses Unterlassen. Das kommt nicht in Frage.»

Auch grĂŒne Grenze im Blick

Die Bundespolizei habe auch die grĂŒne Grenze im Blick, sagte Romann. Schleuser seien teils dazu ĂŒbergegangen, Menschen schon vor der Grenze abzusetzen, die diese dann zu Fuß ĂŒberquerten. Manchmal wĂŒrden die Geschleusten dann auf deutscher Seite wieder aufgenommen und weitergebracht.

Es seien im laufenden Jahr zudem fast 1900 Wiedereinreisesperren verhÀngt worden, sagte Romann. Eine Wiedereinreisesperre bedeutet, dass jemand beim Versuch einer erneuten Einreise abgewiesen wird - vorausgesetzt, er wird aufgegriffen. Die Einreise kann allerdings grundsÀtzlich nicht verweigert werden, wenn jemand an der Grenze Asyl beantragt, unabhÀngig davon, ob eine Wiedereinreisesperre besteht oder nicht.

@ dpa.de