RenĂ© Benko wegen fĂŒnf Millionen Euro Betrugs verurteilt
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 18:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBenko erhĂ€lt Zusatzstrafe fĂŒr Investorenzahlung
- Das Landesgericht Innsbruck verurteilte den 49-jÀhrigen René Benko wegen schweren Betrugs.
- Das Gericht sah eine SchĂ€digung der Privatstiftung von Hans Peter Haselsteiner um fĂŒnf Millionen Euro als erwiesen an.
- Im Verfahren um ein Luxus-Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro sprach das Gericht Benko frei.
Landesgericht Innsbruck verurteilt René Benko erneut
Der österreichische Immobilienunternehmer RenĂ© Benko ist in einem weiteren Verfahren wegen schweren Betrugs verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass der GrĂŒnder der Signa-Gruppe einen Investor um fĂŒnf Millionen Euro geschĂ€digt hatte.
Zusatzstrafe von zwei Jahren
Benko erhielt eine Zusatzstrafe von zwei Jahren. Damit wird eine bisherige Strafe von zweieinhalb Jahren Haft erweitert, die im September wegen der SchÀdigung von GlÀubigern verhÀngt worden war.
Das Gericht folgte der Darstellung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Demnach gab Benko der Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner eine wahrheitswidrige Garantie zur Begleichung der Millionensumme.
Garantie kurz vor der Signa-Insolvenz
Nach Darstellung der Anklage benötigte Benko das Geld Anfang November 2023 dringend fĂŒr die Sporthandelstochter Sportscheck. Die Garantie habe die Privatstiftung Haselsteiners dazu bewogen, fĂŒnf Millionen Euro bereitzustellen. Benko habe nicht ernsthaft vorgehabt, das Geld zurĂŒckzuzahlen.
Der 49-jĂ€hrige Angeklagte wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Haselsteiner erklĂ€rte als Zeuge, er hĂ€tte die Summe ohne Benkos Garantie nicht zur VerfĂŒgung gestellt. Beide Unternehmer waren jahrelang geschĂ€ftlich verbunden.
Freispruch beim Luxus-Jagdgewehr
In einem zweiten Anklagepunkt sprach das Gericht Benko frei. Es sah nicht als erwiesen an, dass er ein Luxus-Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro vor seinen GlÀubigern verborgen hatte.
Untersuchungshaft mit FuĂfessel
Benko bleibt nach dem jĂŒngsten Urteil in Untersuchungshaft. Seit Mitte Oktober darf er diese Haft mit einer FuĂfessel in einer Privatwohnung verbringen.
Weitere Ermittlungen rund um den Zusammenbruch der Signa-Gruppe laufen in Ăsterreich und anderen LĂ€ndern, darunter Deutschland. Steigende Zinsen, das verlorene Vertrauen von Banken und Managementfehler hatten das von Benko aufgebaute Immobilien- und Handelsimperium in die Insolvenz getrieben.
Das Urteil fĂŒgt sich in die juristische Aufarbeitung des Zusammenbruchs der Signa-Gruppe ein. Der Konzern war ĂŒber Jahre stark gewachsen und hatte sich mit Immobilien in zentralen Innenstadtlagen sowie mit dem Einstieg in den deutschen Warenhaussektor positioniert.
Im Zentrum des neuen Verfahrens stand eine Garantie, mit der Benko im November 2023 eine Zahlung von fĂŒnf Millionen Euro fĂŒr die Signa-Tochter Sportscheck erhalten haben soll. Die zeitliche NĂ€he zur spĂ€teren Signa-Insolvenz macht den Vorgang fĂŒr die Aufarbeitung der Unternehmenskrise besonders relevant: Entscheidend war, ob die Zusage eine realistische RĂŒckzahlungsperspektive hatte oder nur den Geldgeber zur Zahlung bewegen sollte.
Mehrere Verfahren gegen Benko
Die Zusatzstrafe von zwei Jahren kommt zu einer im September verhÀngten Haftstrafe von 30 Monaten wegen GlÀubigerschÀdigung hinzu. Zugleich endete der Vorwurf rund um das Luxus-Jagdgewehr mit einem Freispruch. Damit betrifft das aktuelle Urteil einzelne VorgÀnge; die umfassendere strafrechtliche Bewertung des Signa-Zusammenbruchs ist damit nicht abgeschlossen.
FĂŒr GlĂ€ubiger und Investoren bleibt entscheidend, ob aus weiteren Ermittlungen zusĂ€tzliche Anklagen und rechtskrĂ€ftige Entscheidungen entstehen. Benko bleibt nach dem Urteil in Untersuchungshaft und darf diese seit Mitte Oktober mit einer FuĂfessel in einer Privatwohnung verbringen. Das aktuelle Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.
