Rheinmetall-Baustelle in Calden: Polizei prüft Bekennerschreiben
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 17:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen am Kassel Airport
- Die Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen führt die Ermittlungen.
- Ein Zeuge alarmierte in der Nacht gegen 3.15 Uhr Feuerwehr und Polizei.
- Rheinmetall und Hessen kündigten im August Investitionen von mehr als 260 Millionen Euro an.
Bekennerschreiben nach Brand auf Rheinmetall-Baustelle
Nach der mutmaßlichen Brandstiftung auf einer Rheinmetall-Baustelle am Flughafen Kassel-Calden untersucht die Polizei ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben. Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus und suchen weiterhin Zeugen.
Feuer beschädigt mehrere Maschinen
In der Nacht zum Freitag brannten auf dem Gelände drei Baufahrzeuge. Ein Zeuge alarmierte gegen 3.15 Uhr Feuerwehr und Polizei; die Feuerwehr löschte die Fahrzeuge, weitere danebenstehende Maschinen wurden beschädigt.
Staatsschutz prüft mögliches politisches Motiv
Das Schreiben sei auf einer vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform veröffentlicht worden und werde bei den weiteren Ermittlungen intensiv geprüft, teilte das Polizeipräsidium Nordhessen mit. Die Ermittlungen führt die Kriminalinspektion Staatsschutz.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von einem „gezielten Angriff“. Er erklärte, die Tat folge auf weitere schwerwiegende Straftaten in Hessen, die mutmaßlich linksextrem motiviert seien.
Ausbau des Standorts geplant
Nach Angaben der Ermittler befindet sich auf dem Gelände der geplante Standort für ein Logistik- und Trainingszentrum sowie ein Drohnentestzentrum. Rheinmetall und das Land Hessen hatten im August Investitionen von mehr als 260 Millionen Euro angekündigt.
Der Brand trifft einen Standort, den Rheinmetall und das Land Hessen zu einem Logistik-, Trainings- und Drohnentestzentrum ausbauen wollen. Im August wurden dafür Investitionen von mehr als 260 Millionen Euro angekündigt. Das Vorhaben verbindet regionale Gewerbeentwicklung mit der wachsenden Bedeutung unbemannter Systeme und militärischer Logistik.
Die Ermittlungen des Staatsschutzes ordnen den Fall in eine Reihe mutmaßlich politisch motivierter Taten in Hessen ein, die Innenminister Roman Poseck angesprochen hat. Dazu zählen nach seinen Angaben ein Anschlag auf ein CDU-Büro in Offenbach im September sowie Brandstiftungen an Fahrzeugen in Kassel und beim Regierungspräsidium Gießen. Das im Internet veröffentlichte Schreiben könnte für die Ermittler Hinweise auf ein mögliches Motiv und die Verfasserschaft liefern.
Auswirkungen auf den Standort
Für die Region steht neben dem Sachschaden die Frage im Mittelpunkt, ob der Ausbau des Flughafengeländes planmäßig fortgesetzt werden kann. Beschädigte Baufahrzeuge können Arbeiten verzögern, ohne dass daraus bereits eine Aussage über die Gesamtplanung folgt. Die konkrete Schadenshöhe und die Identität möglicher Täter sind offen.
Der Fall hat zudem eine sicherheitspolitische Dimension: Rheinmetall ist als großer deutscher Rüstungskonzern wiederholt Ziel politischer Proteste. Entscheidend für die weitere Bewertung sind nun die Auswertung des Bekennerschreibens, die Spurensicherung und Hinweise von Zeugen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Mutmaßlicher Anschlag bei Kassel: Fahrzeuge auf Rheinmetall-Baustelle geraten in Brand“ (30.10.2026)
Der Beitrag habe den Brand von drei Baufahrzeugen und die Ermittlungen des nordhessischen Staatsschutzes zusammengefasst. Anders als die aktuelle Meldung habe er noch über kein Bekennerschreiben berichtet und den Schwerpunkt auf den geplanten Standortausbau sowie die zunächst offene Schadenshöhe gelegt.
tagesschau: „Brandstiftung vermutet Feuer auf Rheinmetall-Baustelle in Hessen“ (30.10.2026)
Der Bericht habe ebenfalls von drei brennenden Baumaschinen und einem möglichen politischen Motiv berichtet. Er habe zusätzlich die Kritik am Ausbau des Flughafens zu einer militärischen Drehscheibe dargestellt, während Täter und Hintergründe offen geblieben seien.
Beide Beiträge hätten den Verdacht vorsätzlicher Brandstiftung und die Bedeutung des Rheinmetall-Standorts bestätigt. Unterschiede lägen vor allem beim Schwerpunkt: Während n-tv den Investitions- und Projektkontext betont habe, habe die tagesschau auch die regionale Kritik am Ausbau aufgegriffen.
