Kennedy Jr. wird Trumps Gesundheitsminister
13.02.2025 - 17:42:40Robert F. Kennedy Jr. wird Gesundheitsminister in der Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump. Der Senat bestĂ€tigte die umstrittene Personalie mit einer knappen Mehrheit. Der Neffe des einstigen US-PrĂ€sidenten John F. Kennedy hatte in den vergangenen Jahren vielfach Zweifel an Impfungen gestreut, Verschwörungstheorien verbreitet und mit schrillen Wortmeldungen von sich reden gemacht. Daher gab es viel Kritik an seiner Wahl fĂŒr das Gesundheitsressort.
Hitzige Szenen im Senat vorab
Der BestĂ€tigung im Senat war eine hitzige Anhörung im zustĂ€ndigen Ausschuss der Parlamentskammer vorausgegangen, in der sich der 71-JĂ€hrige unter anderem gegen den Vorwurf wehrte, ein Impfgegner zu sein. Ein demokratischer Senator forderte ihn auf, sich klar dazu zu bekennen, dass Impfungen sicher seien. Kennedy beteuerte, dass seine eigenen Kinder geimpft seien und er lediglich fĂŒr eine strengere PrĂŒfung der medizinischen Sicherheit eintrete.
Kritiker werfen ihm jedoch seit Jahren vor, gezielt Zweifel an Impfstoffen zu streuen und insbesondere die Masern-Impfkampagne untergraben zu haben. In der Vergangenheit vertrat Kennedy etwa die wissenschaftlich widerlegte These, Impfungen könnten Autismus auslösen.
Warnungen aus der eigenen Familie und aus der Wissenschaft
Kurz vor seiner Anhörung hatte eine Warnung von Kennedys Cousine Caroline Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In einem Brief an mehrere Senatoren schrieb sie, ihr Cousin baue seine AnhÀngerschaft auf, indem er die Verzweiflung von Eltern kranker Kinder ausnutze. Sie forderte die Senatoren "dringend auf, seine Nominierung abzulehnen".
Nicht nur aus der Familie, sondern auch aus Wissenschaft und Forschung gab es Warnungen vor Trumps Wunschkandidat. Dutzende NobelpreistrĂ€ger Ă€uĂerten öffentlich ihre Zweifel an Kennedys Eignung fĂŒr das Amt und kritisierten fehlende Qualifikationen oder Erfahrung in Bereichen wie Medizin, Wissenschaft und Verwaltung. Sie warfen ihm vor, wissenschaftsfeindliche Positionen zu vertreten.
Ein politischer Wechsel und schrille Anekdoten
Robert F. Kennedy Jr. war ĂŒber Jahrzehnte Demokrat gewesen, entfernte sich jedoch zunehmend von der Partei. Kritisiert wird er auch wegen der Verbreitung von Verschwörungstheorien, etwa ĂŒber die Corona-Pandemie, und wegen Kontakten zu rechtsextremen Politikern. Bei der PrĂ€sidentenwahl war der Mann aus der prominenten Kennedy-Familie zunĂ€chst als unabhĂ€ngiger Bewerber angetreten, zog seine aussichtslose Kandidatur dann aber zurĂŒck und wechselte ins Trump-Lager.
Kennedy machte auch auĂerhalb der Politik mit schrillen Anekdoten auf sich aufmerksam. Einst hatte er zugegeben, im New Yorker Central Park einen toten BĂ€ren abgelegt zu haben. Seine Tochter hatte berichtet, wie er im Urlaub einem toten Wal den Kopf absĂ€gte, um ihn anschlieĂend auf dem Autodach stundenlang nach Hause zu fahren. Auch gab Kennedy an, er habe einen Wurm im Gehirn gehabt, der vorĂŒbergehend eine Anomalie in seinem Kopf ausgelöst habe.

