MilitÀr

Offenbar wenig Interesse an neuem Wehrdienst

24.06.2026 - 20:53:37 | dts-nachrichtenagentur.de

Rund fĂŒnf Monate nach dem Start der Fragebogenaktion fĂŒr den neuen Wehrdienst hat das Bundesverteidigungsministerium eine seiner Ansicht nach "positive Bilanz" gezogen.

Offenbar wenig Interesse an neuem Wehrdienst
MilitÀr - Bundeswehrsoldaten fahren Bahn (Archiv) 24.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Rund 298.200 Anschreiben wurden demnach versendet, davon 153.200 Anschreiben an mĂ€nnliche Personen und rund 145.000 Anschreiben "an Personen anderen Geschlechts", wie es hieß.

Von den MĂ€nnern haben nach Erhalt der Schreiben innerhalb der gesetzten Frist rund 96 Prozent geantwortet. Bei den verbleibenden vier Prozent werde nun die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens geprĂŒft. Die RĂŒcklaufquote bei den Personen "anderen Geschlechts", die nicht zur Beantwortung des Fragebogens verpflichtet sind, liegt demnach bei gerade einmal vier Prozent.

Bei den MĂ€nnern habe "mehr als jeder FĂŒnfte" ein Interesse an einem WehrdienstverhĂ€ltnis gezeigt, bei den Frauen sind es 55 Prozent, wobei hier die Antwort freiwillig war.

Die Zahlen bedeuten umgerechnet: Von 298.200 angeschriebenen jungen Leuten haben nur etwas ĂŒber 30.000 MĂ€nner und rund 3.200 Frauen Interesse am Wehrdienst gezeigt, und etwa die HĂ€lfte davon in eher geringeren Ausmaß.

Bei den MĂ€nnern lag der Durchschnittswert des Interesses auf der Skala von 1 (wenig Interesse) bis 10 (sehr viel Interesse) bei rund "FĂŒnf". 50 Prozent derjenigen, die nicht "0" angekreuzt haben, kreuzten einen Wert von 1 bis 4 an, 15 Prozent 5 und 35 Prozent 6-10 an.

Bei den "nicht mÀnnlichen Personen" verteilte sich das Interesse derjenigen, die nicht "0" angekreuzt haben, wie folgt: 46 Prozent: 1-4; 16 Prozent: 5; 38 Prozent: 6-10.

Auf Grundlage der FragebogenrĂŒcklĂ€ufer seien rund 1.500 Musterungen bzw. Assessments durchgefĂŒhrt worden, weitere rund 600 Assessment- bzw. Musterungstermine seien aktuell anberaumt. Von den mĂ€nnlichen Teilnehmern wurden rund 80 Prozent wehrdienstfĂ€hig gemustert.

"Nach Abgleich der persönlichen Vorstellungen und der Bedarfe der Bundeswehr konnten mehr als 530 Interessierte fĂŒr 2026 fĂŒr einen Wehrdienst fest eingeplant werden", so das Bundesverteidigungsministerium. Etwa zwei Drittel der Interessierten seien aufgrund noch andauernder Schul- und AusbildungsverhĂ€ltnisse erst in ein bzw. zwei Jahren verfĂŒgbar. DarĂŒber hinaus werden zeitnah auch die MĂ€nner zur Musterung eingeladen, die kein Interesse gezeigt haben. Die Auswahl erfolgt nach WohnortnĂ€he und den regional verfĂŒgbaren MusterungskapazitĂ€ten. Diese Musterungen werden schrittweise ausgeweitet, um ab dem 1. Juli 2027, wie im Wehrdienstmodernisierungsgesetz festgelegt, alle mĂ€nnlichen 18-jĂ€hrigen Personen zu mustern.

Nach Darstellung des Ministeriums schreitet der Aufwuchs der StreitkrĂ€fte aber voran: Parallel fĂ€nden im Rahmen der "klassischen" Personalgewinnung regulĂ€re Beratungs- und Assessmenttermine bei den Karrierecentern der Bundeswehr statt. Im Jahr 2026 wurden auf diesem Weg rund 38.500 Bewerbungen und rund 11.000 Einstellungen fĂŒr alle Laufbahnen verzeichnet. Dies sei ein Plus von rund 24 Prozent (Bewerbungen) bzw. 13 Prozent (Neueinstellungen) gegenĂŒber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Aufgrund der insgesamt positiven Entwicklung in der Personalgewinnung gehe man derzeit davon aus, dass die personellen Aufwuchsziele gemĂ€ĂŸ Soldatengesetz fĂŒr 2026 erreicht werden, so das Verteidigungsministerium.

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