Sabotage, Deutschland

Bundestag verabschiedet Gesetz zum Schutz wichtiger Anlagen

29.01.2026 - 13:54:44 | dpa.de

Sabotage, Stromausfall – warum fĂŒr Betreiber von Wasserwerken und Energieversorgern strengere Regeln gelten sollen. Wird das Kritis-Dachgesetz Deutschlands Infrastruktur sicherer machen?

  • Die kritische Infrastruktur soll widerstandsfĂ€higer werden. Angreifer sollen es nicht mehr so leicht haben. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
    Die kritische Infrastruktur soll widerstandsfĂ€higer werden. Angreifer sollen es nicht mehr so leicht haben. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
  • FederfĂŒhrend beim Kritis-Dachgesetz ist das von Alexander Dobrindt (CSU) geleitete Bundesinnenministerium. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
    FederfĂŒhrend beim Kritis-Dachgesetz ist das von Alexander Dobrindt (CSU) geleitete Bundesinnenministerium. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die kritische Infrastruktur soll widerstandsfĂ€higer werden. Angreifer sollen es nicht mehr so leicht haben. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa FederfĂŒhrend beim Kritis-Dachgesetz ist das von Alexander Dobrindt (CSU) geleitete Bundesinnenministerium. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Bundestag hat das sogenannte Kritis-Dachgesetz verabschiedet. Es macht Unternehmen und Teilen der Verwaltung strengere Vorgaben fĂŒr den Schutz zentraler Institutionen und Anlagen. Dabei geht es sowohl um die Abwehr der Angriffe von Kriminellen als auch um den Schutz der Infrastruktur vor AnschlĂ€gen von Extremisten. Mit ZĂ€unen, ZugangsbeschrĂ€nkungen und einer Identifizierung technischer Schwachpunkte sollen Risiken begrenzt werden. Auch um Sabotageaktionen auslĂ€ndischer MĂ€chte vorzubeugen. 

Infrastruktur der EU-Mitgliedstaaten soll widerstandsfÀhiger werden

Das Gesetz, das mit den Stimmen von Union, SPD und AfD verabschiedet wurde, setzt eine EU-Richtlinie um. Es war bereits unter der Ampel-Regierung vorbereitet worden, aber infolge der Koalition von SPD, GrĂŒnen und FDP nicht zum Abschluss gebracht worden. 

Das Kritis-Dachgesetz sieht fĂŒr Unternehmen der kritischen Infrastruktur – dazu gehören etwa große Energieversorger oder Wasserwerke – nicht nur strengere Verpflichtungen zum Schutz ihrer Anlagen vor, sondern auch eine Pflicht zur Meldung sicherheitsrelevanter VorfĂ€lle sowie Bußgelder bei RegelverstĂ¶ĂŸen. Der Schutz solcher Anlagen war zuletzt auch wegen des Brandanschlags, der Teile der Berliner Stromversorgung tagelang unterbrochen hatte, diskutiert worden. 

Auf den mutmaßlich linksextremistisch motivierten Anschlag reagierte die schwarz-rote Koalition mit einem Änderungsantrag zu dem Gesetzentwurf. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, «bereits veröffentlichte, öffentlich zugĂ€ngliche Infrastrukturinformationen zu ĂŒberprĂŒfen und, wo möglich, konsequent aus den öffentlich zugĂ€nglichen Bereichen zu entfernen». Die Idee dahinter: Potenziellen Angreifern soll es nicht zu leicht gemacht werden.

AfD stimmt trotz Kritik zu

Die AfD kritisierte das Vorhaben, erklĂ€rte aber gleichzeitig, man stimme dennoch zu, da ein verbesserter Schutz der kritischen Infrastruktur notwendig sei. Ihr Abgeordneter Arne Raue sagte, dies sei «ein Gesetz zur Ausweitung staatlicher Kontrolle» und monierte die aus seiner Sicht zu umfassenden Kompetenzen fĂŒr Bundesbehörden. 

Öffnungsklausel fĂŒr die LĂ€nder

Rasha Nasr (SPD) sagte, das Gesetz enthalte nun eine Öffnungsklausel, die es den LĂ€ndern ermögliche die darin enthaltenen Verpflichtungen auch Betreibern kleinerer Anlagen aufzuerlegen. Der Deutsche StĂ€dtetag hatte kritisiert, der im Gesetzentwurf festgelegte Schwellenwert von 500.000 Einwohnern zur Einordnung von Einrichtungen als kritische Infrastruktur sei viel zu hoch. Auch in etwas kleineren StĂ€dten sollte ein Mindestmaß an Vorgaben zu KrisenplĂ€nen, Meldeketten und IT-Sicherheit verlangt werden. 

Jan Köstering (Linke) warf Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, er benutze den Brandanschlag von Berlin als Vorwand, um sich als Â«Ăœberwachungsminister» in Szene zu setzen. 

Der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, erklĂ€rte, jetzt sei wichtig, dass der Bundesrat dem Gesetz zustimme. Denn «die Zeit, die beim politischen Ringen der letzten Jahre verloren wurde, fehlt den Unternehmen zur Umsetzung».

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | politik | 68531034 |