Sachsen-Anhalt: AfD-Wahlsieger Siegmund will im Dezember Ministerpräsident werden
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 14:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAfD-Politiker Ulrich Siegmund will sich nach dem Wahlsieg seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember zum Ministerpräsidenten wählen lassen.
Siegmund kündigt Kandidatur an
Das kündigte der AfD-Spitzenkandidat in Magdeburg nach einer Sitzung der Landtagsfraktion an. Siegmund machte damit seinen Anspruch auf das Amt des Regierungschefs deutlich.
AfD ohne alleinige Mehrheit
Die AfD war bei der Landtagswahl stärkste Kraft geworden, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Für die Regierungsbildung ist sie deshalb auf Unterstützung oder eine Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen angewiesen.
Mehrheit im Landtag erforderlich
Der Ministerpräsident wird vom Landtag gewählt. Die Abstimmung im Dezember dürfte damit zum zentralen Schritt für die Bildung der neuen Landesregierung werden.
Schwierige Mehrheitsbildung
Die AfD erreichte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent und stellt 39 der 83 Abgeordneten. Für eine Mehrheit sind 42 Sitze erforderlich. Damit verfügt die Partei über die stärkste Fraktion, kann aber nicht allein regieren.
Die CDU kam auf 17,2 Prozent. Zusammen mit SPD, Grünen, Linken und BSW verfügt sie über 44 Sitze. Eine solche Konstellation wäre rechnerisch mehrheitsfähig, politisch aber besonders anspruchsvoll, weil mehrere Parteien mit unterschiedlichen Programmen zusammenarbeiten müssten.
Entscheidung im Landtag
Die konstituierende Sitzung des neuen Landtags ist für den 6. Oktober vorgesehen. Die Wahl des Ministerpräsidenten im Dezember wird deshalb zum entscheidenden institutionellen Schritt. Siegmunds Ankündigung macht aus dem Wahlergebnis einen konkreten Anspruch auf die Staatskanzlei.
Für die Landespolitik geht es zugleich um die Frage, ob die AfD Partner für eine Regierungsbildung findet oder ob eine andere Mehrheit zustande kommt. Eine mögliche AfD-geführte Landesregierung hätte zudem unmittelbare Bedeutung für die Verwendung von EU-Fördermitteln: Sachsen-Anhalt erhält in der Förderperiode 2021 bis 2027 knapp drei Milliarden Euro. Bei Verstößen gegen Fördervoraussetzungen könnte die EU Zahlungen für betroffene Programme zurückhalten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Merkur: „Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt: Die AfD muss das jetzt eben regeln“ (28.09.2026)
Der Kommentar hebe hervor, die AfD habe mit ihrem Wahlergebnis den Auftrag zur Regierungsbildung. Zugleich setze er einen anderen Schwerpunkt als die Meldung: Im Mittelpunkt stünden die schwierigen Gespräche und die Frage, ob eine alternative Koalition den deutlichen Abstand zwischen AfD und CDU politisch abbilden könne.
FOCUS online: „Siegmund riskiert Milliarden, wenn er sich mit EU anlegt“ (28.09.2026)
Der Bericht stelle heraus, eine AfD-geführte Landesregierung könne wegen bestimmter programmatischer Vorhaben in Konflikt mit EU-Förderregeln geraten. Er bestätige den Wahlsieg und Siegmunds Regierungsanspruch, verschiebe den Fokus aber auf mögliche finanzielle Folgen; offen bleibe dabei, ob und welche Programme tatsächlich betroffen wären.
Beide Beiträge gingen von Siegmunds starkem Wahlergebnis und dem Anspruch der AfD auf die Regierungsbildung aus. Der Merkur-Beitrag konzentriere sich auf Mehrheiten und politische Verhandlungen, während FOCUS online die möglichen Auswirkungen auf EU-Fördermittel betone.
