Sachsen-Anhalt: Heuer bleibt bei Siegmund-Wahl im Saal
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAbstimmung im Magdeburger Landtag
- Sven Schulze bewertet Guido Heuers angekündigten Verbleib im Plenarsaal gelassen.
- Die CDU-Fraktion beschloss mit 14 Ja-Stimmen, bei der Abstimmung den Saal zu verlassen.
- Heuer will sich nach eigenen Angaben enthalten und den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund nicht wählen.
CDU-Abgeordneter bleibt bei Siegmund-Wahl im Saal
Sachsen-Anhalts noch amtierender Ministerpräsident Sven Schulze reagiert gelassen auf die Ankündigung des früheren CDU-Fraktionschefs Guido Heuer, bei der Abstimmung über einen möglichen AfD-Ministerpräsidenten im Plenarsaal zu bleiben. Heuer will den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund nach Angaben Schulzes dennoch nicht wählen.
Heuer kündigte Enthaltung an
Schulze sagte dem Nachrichtensender „Welt“, er habe bereits zuvor gewusst, dass Heuer dem Abstimmungsboykott der übrigen CDU-Fraktionsmitglieder nicht folgen werde. Heuer habe in der Fraktionssitzung angekündigt, sich bei der Abstimmung zu enthalten.
Die CDU-Fraktion hatte nach Schulzes Angaben mit 14 Ja-Stimmen beschlossen, den Landtag während der Abstimmung zu verlassen. Heuer wollte zunächst noch einzelne rechtliche Fragen prüfen.
CDU schließt Unterstützung für AfD aus
Nach Darstellung Schulzes sieht der Fraktionsbeschluss außerdem vor, dass es aus der CDU keine Stimmen für einen AfD-Kandidaten geben soll. Damit liege der Ball nun bei der AfD, sagte der CDU-Politiker.
Wenn die AfD an ihren Wahlkampfversprechen festhalte, habe sie derzeit ein großes Problem, so Schulze weiter. Siegmund könne dann nur mit Unterstützung seiner eigenen Fraktion rechnen.
Mehrheit für Siegmund rechnerisch offen
Das BSW von Sahra Wagenknecht habe angekündigt, sich ab dem ersten Wahlgang zu enthalten. Alle anderen Fraktionen hätten erklärt, einen AfD-Kandidaten nicht mitzuwählen.
Nach dieser Konstellation hätte Siegmund theoretisch keine Mehrheit im Landtag. Die Ministerpräsidentenwahl ist für Dezember vorgesehen.
Die geplante Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt im Dezember stellt den Landtag vor eine ungewöhnliche Konstellation. Die CDU-Fraktion will einen AfD-Kandidaten weder unterstützen noch an den ersten Wahlgängen teilnehmen; Guido Heuer kündigte dagegen an, im Plenarsaal zu bleiben und sich zu enthalten.
Politisch entscheidend ist damit nicht nur das Abstimmungsverhalten einzelner Abgeordneter, sondern die Frage, ob Ulrich Siegmund im Landtag eine Mehrheit organisieren kann. Nach der von Sven Schulze beschriebenen Position der Fraktionen sollen weder CDU noch andere Parteien für den AfD-Kandidaten stimmen. Das BSW plant den Angaben zufolge Enthaltungen, während die übrigen Fraktionen eine Wahl Siegmunds ablehnen.
Mehrheit bleibt rechnerisch offen
Eine Enthaltung Heuers würde Siegmund keine zusätzliche Stimme verschaffen, könnte aber die geschlossene Abwesenheit der CDU-Fraktion sichtbar aufbrechen. Für die Wahl wären deshalb vor allem die genaue Stimmenverteilung, die Zahl der anwesenden Abgeordneten und das Verfahren in den einzelnen Wahlgängen relevant.
Für die CDU verschärft der Vorgang zugleich die Debatte über den Umgang mit der AfD im Parlament. Schulze betont, dass es aus der CDU keine Stimmen für einen AfD-Kandidaten geben werde. Der Ausgang der Wahl hängt damit vor allem davon ab, ob Siegmund über die Stimmen seiner eigenen Fraktion hinaus Unterstützung erhält oder ob die angekündigten Enthaltungen und Ablehnungen Bestand haben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: „CDU-Abgeordneter will bei Siegmund-Wahl im Saal bleiben“ (22.10.2026)
Der Beitrag bestätigt Heuers angekündigten Verbleib bei der für Dezember geplanten Wahl und stellt den Bruch mit der Linie der CDU-Fraktion heraus. Im Mittelpunkt steht damit die innerparteiliche Abweichung, während die Mehrheitsfrage im Landtag offen bleibt.
ZDFheute: „Siegmund-Wahl in Sachsen-Anhalt: CDU-Mann Heuer will bleiben“ (22.10.2026)
Auch dieser Bericht bestätigt Heuers Entscheidung und ordnet sie als Abweichung von der erklärten Parteiposition ein. Der Schwerpunkt liegt stärker auf dem Gegensatz zwischen Heuers Verhalten und dem geplanten geschlossenen Verlassen des Saals durch die übrigen Unionsabgeordneten.
Beide Beiträge stimmen beim Kernereignis überein: Heuer will anwesend bleiben, obwohl die CDU-Fraktion einen Saalboykott plant. Offen bleibt, ob seine Enthaltung den Ausgang eines Wahlgangs beeinflussen kann.
