Sachsen-Anhalt wählt Tillschneider zum Vizepräsidenten
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 16:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer AfD-Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider ist bei der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt zum stellvertretenden Präsidenten gewählt worden. Das BSW hatte im Vorfeld angekündigt, Tillschneider bei der Wahl nicht zu unterstützen.
AfD stellt Landtagspräsidenten
Zuvor war bereits mit Tobias Rausch erstmals ein AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Damit besetzt die AfD sowohl das Amt des Landtagspräsidenten als auch einen Stellvertreterposten im Präsidium.
Unterschiedliche Haltung des BSW
Das BSW hatte seine Ablehnung von Tillschneider vor der Abstimmung öffentlich angekündigt. Die Partei hatte damit zwischen den beiden AfD-Kandidaten unterschieden.
Mit der Wahl von Rausch und Tillschneider ist das Präsidium des neu konstituierten Landtags von Sachsen-Anhalt um zwei AfD-Politiker erweitert worden. Die dts Nachrichtenagentur kündigte weitere Details zur Sitzung an.
Die konstituierende Sitzung markiert den Beginn der neunten Wahlperiode des Landtags von Sachsen-Anhalt. Mit Tobias Rausch steht erstmals ein AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landesparlaments; Hans-Thomas Tillschneider übernimmt nun ebenfalls eine hervorgehobene Funktion im Präsidium.
Das Präsidium leitet die parlamentarischen Abläufe, vertritt den Landtag nach außen und wirkt an der Organisation der Sitzungen mit. Die Wahl der AfD-Abgeordneten verleiht der stärksten Fraktion damit institutionellen Einfluss, ohne ihr automatisch eine Mehrheit für politische Sachentscheidungen zu geben.
BSW wird zum entscheidenden Faktor
Das BSW hatte seine Unterstützung für Tillschneider ausdrücklich ausgeschlossen. Zugleich hatte die Partei im Vorfeld signalisiert, Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten zu wählen. Dadurch entsteht bereits zu Beginn der Wahlperiode eine unterschiedliche Behandlung der beiden AfD-Personalien.
Die Konstellation prägt die politische Ausgangslage im Landtag: Die AfD verfügt über eine starke Stellung, ist für Mehrheiten bei Sachfragen aber weiterhin auf wechselnde Unterstützung oder Enthaltungen anderer Fraktionen angewiesen. Für die parlamentarische Arbeit wird deshalb entscheidend sein, ob sich die Zusammenarbeit auf einzelne Personalentscheidungen beschränkt oder darüber hinausreicht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
taz: „Erste Landtagssitzung in Sachsen-Anhalt“ (06.10.2026)
Der Beitrag ordnet die konstituierende Sitzung als parlamentarische Zäsur ein und berichtet über die Wahl Tobias Rauschs sowie die geplante Kandidatur Hans-Thomas Tillschneiders. Im Mittelpunkt stehen die Rolle des BSW und die politische Bedeutung der AfD-Präsenz im Landtagspräsidium.
FOCUS: „BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten“ (06.10.2026)
Der Artikel hebt die Unterstützung des BSW für Rausch hervor und stellt sie der Ablehnung Tillschneiders gegenüber. Damit bestätigt er die unterschiedliche Haltung des BSW zu den beiden AfD-Personalien und setzt den Schwerpunkt auf die politische Bedeutung der Abstimmungen.
Übereinstimmend steht die Rolle des BSW im Zentrum der Berichte. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung: Während die taz stärker die institutionelle Zäsur und die Zusammensetzung des Präsidiums beleuchtet, konzentriert sich der FOCUS auf die Unterstützung des AfD-Kandidaten durch das BSW.
