Kretschmer hĂ€lt CDU-interne Kritik an Merz fĂŒr normalen Diskurs
11.08.2025 - 19:23:46
Es sei "in Ordnung, dass es unterschiedliche Meinungen auch in Deutschland und auch in der CDU zu diesem Thema gibt", sagte Kretschmer dem Nachrichtensender "Welt".
Offene Kritik an Merz` Israelkurs, wie etwa vom CDU-MinisterprÀsidentenkollegen Boris Rhein, "bedeutet, dass wir eine lebendige Partei sind, in der nicht einer die Meinung vorgibt und dann ist Ruhe. Sondern in der CDU wird diskutiert, wird der Weg gesucht, der der richtige ist. Werden auch Diskussionen und Diskurs möglich gemacht. Und es gibt bei diesem Thema sehr unterschiedliche Meinungen. Meine Meinung ist klar: Wir stehen an der Seite von Israel, aber nicht von jeder Entscheidung und nicht von jeder Person."
FĂŒr ihn bedeute StaatsrĂ€son, "dass wir uns unserer Verantwortung stellen. Dass wir dafĂŒr verantwortlich sind, dass so viele Millionen jĂŒdische Menschen unschuldig ums Leben gekommen sind. Und dass wir deswegen eine besondere Verantwortung haben", so Kretschmer.
"Das heiĂt aber nicht, dass wir zu allem schweigen und zu allem Ja und Amen sagen. Hier finden Verbrechen gegen die Menschlichkeit statt. Und da kann Deutschland nicht schweigen. Und wir sehen ja auch die Diskussionen, die Demonstrationen in Israel selber. Das ist doch nicht so, dass das dort nicht auch in diesem Land, was ja die einzige Demokratie im Nahen Osten ist, unwidersprochen bleibt. Nein, wir mĂŒssen hier handeln, wir mĂŒssen unsere Werte verteidigen."
Zu behaupten, es gÀbe beim Kanzler Zweifel an dessen SolidaritÀt mit Israel, sei eine "wirklich bösartige Unterstellung", so Kretschmer.
"Aber wir sehen, wie viele Menschen dort gerade sterben. Und fĂŒr uns war immer klar: Alles lĂ€uft nach dem Prinzip der VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit. Ja, Israel kann sich wehren. Ja, Israel kann auch militĂ€risch aktiv werden. Und das ist auch ein richtiges Ziel, die Hamas-Strukturen zu zerschlagen. Aber nicht so, wie das derzeit passiert. Und wir haben einen Wertekompass. Wir sind den Menschenrechten verpflichtet. Und deswegen ist es richtig, dass wir nach vielen Ansprachen, nach vielem Reden - und es waren endlose GesprĂ€che von Friedrich Merz mit Herrn Netanjahu - jetzt auch zu diesen Konsequenzen kommen."


