Schröder besucht Putin: Stegner verteidigt Treffen zum Geburtstag
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer SPD-AuĂenpolitiker Ralf Stegner hat den Besuch des frĂŒheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder bei der Geburtstagsfeier des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin verteidigt. Schröder sei als Privatmann nach Russland gereist und gehöre zu den wenigen Menschen, die Zugang zu Putin hĂ€tten, sagte Stegner dem âTagesspiegelâ.
Stegner setzt auf Schröders Zugang
âDer Privatmann Gerhard Schröder macht viele Dinge, die man kritisch sehen kann. Aber: Schröder war privat bei Herrn Putinâ, sagte Stegner. Diesen Zugang mĂŒsse man nutzen, so der SPD-Politiker.
Schröder sei gegen den Krieg und werde Putin bestimmt nicht dazu ermuntert haben, den Krieg fortzusetzen. Man mĂŒsse in Russland mit denjenigen sprechen, die dort seien, sagte Stegner.
Kontakt als möglicher GesprÀchskanal
Nach Ansicht des SPD-AuĂenpolitikers kann Schröder TĂŒren zu Putin öffnen. Wenn der Besuch dem Frieden auch nur âeinen Millimeterâ gedient habe, sei er ein Erfolg gewesen, sagte Stegner.
Schröder war bei Putins Geburtstagsfeier in Russland anwesend. Der Auftritt löste Kritik aus, weil der Altkanzler seit Jahren enge persönliche und wirtschaftliche Verbindungen zu Russland unterhÀlt.
Ralf Stegners Argumentation knĂŒpft an Schröders besondere Beziehung zum russischen PrĂ€sidenten an. Der frĂŒhere Bundeskanzler unterhĂ€lt seit seiner Amtszeit von 1998 bis 2005 enge Kontakte zu Wladimir Putin und war nach seinem Ausscheiden aus der Politik in leitenden Funktionen russischer Energieunternehmen tĂ€tig. Diese Verbindungen haben seine Rolle seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besonders umstritten gemacht.
Im Zentrum der aktuellen Debatte steht der Gegensatz zwischen privatem Besuch und politischer Wirkung. Stegner bewertet Schröders Zugang als möglichen Kommunikationskanal, wĂ€hrend Kritiker darin vor allem eine öffentliche Aufwertung Putins sehen. Dass Schröder gegen den Krieg sei, ist fĂŒr Stegner das entscheidende Argument dafĂŒr, den Kontakt nicht grundsĂ€tzlich abzulehnen.
Diplomatischer Nutzen und politische Kosten
FĂŒr die deutsche AuĂenpolitik stellt sich damit die grundsĂ€tzliche Frage, welche Kontakte in einem Krieg noch als nĂŒtzlich gelten können. Persönliche GesprĂ€chskanĂ€le können Informationen und mögliche Vermittlung ermöglichen, ersetzen aber weder offizielle Diplomatie noch ĂŒberprĂŒfbare Verhandlungen. Ihre Bedeutung hĂ€ngt davon ab, ob daraus konkrete Schritte zur Deeskalation entstehen.
Politisch bleibt Schröders NĂ€he zu Putin fĂŒr die SPD belastend. Jeder gemeinsame öffentliche Auftritt kann als Signal der Normalisierung verstanden werden, wĂ€hrend BefĂŒrworter den Zugang als seltene Möglichkeit zum GesprĂ€ch betrachten. Stegners Einordnung verschiebt den MaĂstab deshalb von der Symbolik des Besuchs auf dessen möglichen Beitrag zu FriedensbemĂŒhungen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: âMoskau: Altkanzler Schröder hat laut Kreml mit Putin Geburtstag gefeiertâ (09.10.2026)
Der Artikel berichtet ĂŒber Schröders Teilnahme an Putins Geburtstagsfeier und ordnet den Besuch in seine langjĂ€hrige NĂ€he zum russischen PrĂ€sidenten ein. Anders als Stegner stellt der Beitrag vor allem die öffentliche Kritik an Schröders Auftritt und dessen politische Wirkung heraus.
n-tv: âSchröder feiert Putins Geburtstag in Moskauâ (08.10.2026)
n-tv bestĂ€tigt den Besuch und beschreibt Schröders erneutes Auftreten an der Seite Putins. ZusĂ€tzlich verweist der Artikel auf frĂŒhere Treffen und die wiederholte Diskussion ĂŒber Schröder als möglichen Vermittler zwischen Russland und europĂ€ischen GesprĂ€chspartnern.
Ăbereinstimmend steht der persönliche Kontakt Schröders zu Putin im Mittelpunkt. Der Schwerpunkt unterscheidet sich: WĂ€hrend die aktuellen Berichte den Besuch und die Kritik daran beleuchten, hebt Stegner den möglichen diplomatischen Nutzen des Zugangs hervor.

