Stilles, Gedenken

Stilles Gedenken - Mannheim erinnert an getöteten Polizisten

07.06.2024 - 12:36:18

Schweigen und erinnern: Gemeinsam mit der Familie und BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier gedenkt Mannheim des getöteten Polizisten. FĂŒr den Nachmittag sind mehrere Demos angemeldet.

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier hat auf dem Mannheimer Marktplatz des dort vor einer Woche getöteten Polizisten Rouven Laur gedacht.

Steinmeier, MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann (GrĂŒne) und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) hielten um 11.34 Uhr in stiller Trauer inne. Auch die Eltern des getöteten Polizisten sowie weitere Angehörige nahmen an dem Gedenken teil. Die Polizei Baden-WĂŒrttemberg hatte zu der Gedenkminute aufgerufen.

Zu dieser Uhrzeit hatte am vergangenen Freitag ein 25-jĂ€hriger Afghane auf dem Marktplatz fĂŒnf Mitglieder der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie den 29-jĂ€hrigen Beamten mit einem Messer verletzt. Laur starb am Sonntag an seinen Verletzungen.

1500 bis 2000 Teilnehmer bei Gedenken

Steinmeier legte am Tatort ein Blumengebinde nieder. Auf dem Platz in der 300.000-Einwohner-Stadt im Norden Baden-WĂŒrttembergs kamen Hunderte Menschen zusammen, um des Mannes zu gedenken. Eine Polizeisprecherin sprach von 1500 bis 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Nach der Gedenkminute brandete auf dem Marktplatz zudem Applaus auf. Landesweit verharrten zum gleichen Zeitpunkt Polizisten in stiller Trauer.

In Mannheim erwiesen Dutzende Polizistinnen und Polizisten ihrem Kollegen den Respekt. Rund 50 Beamte des PolizeiprÀsidiums Mannheim - einer Sprecherin zufolge vor allem Streifenbeamte - stellten sich vor dem Blumenmeer auf dem Marktplatz auf und gedachten mit verschrÀnkten HÀnden ihres verstorbenen Kollegen.

Viele Polizeibeamte trugen an ihrer Uniform blaue BÀnder. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte am Donnerstag dazu aufgerufen, blaue BÀnder «als Zeichen der Trauer, als Zeichen der SolidaritÀt und als sichtbares Zeichen gegen Gewalt zu tragen».

Mehrere Demos und Kundgebungen geplant

Am Nachmittag waren in Mannheim mehrere Demonstrationen und Kundgebungen geplant. Um 16.30 Uhr soll es eine Kundgebung unter dem Motto «Mannheim steht zusammen - fĂŒr Demokratie und Vielfalt» unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (Kreisverband Mannheim) und Vertretern demokratischer Parteien sowie Religionsgemeinschaften geben.

Um 18.00 Uhr will die AfD ebenfalls auf dem Marktplatz unter anderem gegen Islamismus demonstrieren. Zeitgleich soll eine Gegendemonstration der Antifa stattfinden. Um 17.30 Uhr war außerdem eine Demo des BĂŒndnisses «Mannheim gegen Rechts» gegen die AfD-Kundgebung geplant.

Ob die AfD tatsĂ€chlich auf dem Marktplatz demonstrieren darf, war zunĂ€chst aber noch unklar. Am Donnerstag gab das Verwaltungsgericht Karlsruhe einem Eilantrag der AfD gegen eine AllgemeinverfĂŒgung der Stadt statt, wonach Veranstaltungen wie Demonstrationen auf dem Marktplatz derzeit verboten sind. Die Stadt hatte am Dienstag den Marktplatz vorlĂ€ufig zum Gedenkort fĂŒr den toten Polizisten erklĂ€rt und Kundgebungen verboten. Sie legte Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts ein. Die Stadt sieht fĂŒr die Demo den nahegelegenen Paradeplatz vor.

@ dpa.de