Nationalmannschaft, WM

Konstanz vor Spektakel: Baumann bereit für großen WM-Job

Veröffentlicht: 26.03.2026 um 11:38 Uhr, dpa.de

Sechs Quali-Spiele, kein Fehler: Baumann überzeugt im deutschen Tor mit Konstanz. Wie der 35-Jährige sich auf seine späte WM-Premiere vorbereitet und was ihn von Manuel Neuer unterscheidet.

  • Oliver Baumann ist auf dem Weg zum Trainingsplatz in Herzogenaurach. (Archivbild)  - Bild: Christian Charisius/dpa
    Oliver Baumann ist auf dem Weg zum Trainingsplatz in Herzogenaurach. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Oliver Baumann pariert beim Aufwärmtraining einen Ball. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Oliver Baumann pariert beim Aufwärmtraining einen Ball. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Oliver Baumann (M) bereitet sich mit Jonas Urbig (2.v.l) und Alexander Nübel (r) auf das Training vor.  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Oliver Baumann (M) bereitet sich mit Jonas Urbig (2.v.l) und Alexander Nübel (r) auf das Training vor. - Bild: Federico Gambarini/dpa
Oliver Baumann ist auf dem Weg zum Trainingsplatz in Herzogenaurach. (Archivbild)  - Bild: Christian Charisius/dpa Oliver Baumann pariert beim Aufwärmtraining einen Ball. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa Oliver Baumann (M) bereitet sich mit Jonas Urbig (2.v.l) und Alexander Nübel (r) auf das Training vor.  - Bild: Federico Gambarini/dpa

Ein Ritual von Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen hat Oliver Baumann schon übernommen. Die Nummer eins kommt gerne vorneweg vor den Kollegen die Treppen hinunter zum Trainingsplatz am Homeground in Herzogenaurach. Es sind die kleinen Signale, die zeigen, wie die Hierarchie aussieht bei der Fußball-Nationalmannschaft. 

Vor dem ersten Test-Länderspiel im WM-Jahr am 40. Geburtstag von Rekordtorwart Neuer am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in Basel gegen die Schweiz ist eine Frage geklärt. «Die Torwartthematik ist maximal entspannt», sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann. Baumann wird der deutsche Turnier-Torwart im Sommer in Amerika sein. Die große Premiere für den Schlussmann der TSG Hoffenheim. Am 2. Juni, dem Tag des Abflugs nach Chicago, wird er 36. 

Neuer-Debatte ausgesessen

Nach dem Verletzungsdrama um ter Stegen hat Baumann die anhaltende Diskussion um eine mögliche Rückkehr von Übertorwart Neuer diplomatisch gekonnt ausgesessen, alle Nachfragen zum Thema höflich umkurvt, sich nur auf sich und seine Leistung konzentriert. Um seine Akzeptanz als deutsche Nummer eins muss er sich keine Gedanken mehr machen. 

Nach dem stoischen Vertrauen von Nagelsmann bekam Baumann nun auch ein großes Lob vom früheren Bundestorwarttrainer und Europameister Andreas Köpke. «Oliver Baumann hat es sehr gut gemacht. Das Vertrauen in ihn ist gerechtfertigt. Er spielt eine sehr gute Saison. Olli hat zwar noch keine WM gespielt, aber er ist erfahren genug. Er hat es sich verdient, die Quali-Spiele hat er gut gemacht», sagte Köpke der Deutschen Presse-Agentur.

Köpke weiß, wovon er spricht. Er selbst feierte nach langer Reservistenrolle bei der EM 1996 in England sein Turnierdebüt als Nummer eins mit 34 Jahren. Und holte - diese Parallele wünscht sich nicht nur Baumann - gleich den Titel für Deutschland.

100 Prozent-Quote in WM-Saison

In dieser Saison spielte Baumann in den sechs Partien der WM-Qualifikation als einziger Nationalspieler die kompletten 540 Minuten, machte dabei keinen Fehler. Es ist die unaufgeregte Konstanz, die sein Plus ist. Keine Extravaganz, nichts Spektakuläres, aber grundsolide Verlässlichkeit. 

«Mein höchstes Ziel war immer, konstant zu sein. Mir war und ist wichtig, dass Mannschaft und Trainer sich auf mich verlassen können, dass sie wissen, was sie bei mir kriegen», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Den überragenden Stil von Neuer hätte er sowieso nie kopieren können. «Hätte ich ja gerne, aber irgendwann habe ich gemerkt: Es geht nicht. Ich habe einfach nicht die Skills, die er hat. Aber wer hat die schon?», merkte Baumann an. 

Baumann hatte erst im Herbst 2024 seine Länderspiel-Premiere gefeiert, als Neuer nach der Heim-EM zurücktrat und ter Stegen erstmals verletzt ausfiel. Vor einem Jahr wurde er im Zweikampf mit dem Stuttgarter Alexander Nübel von Nagelsmann zur vorläufigen Nummer eins ernannt. Nübel und Bayerns Zukunftshoffnung Jonas Urbig sind aktuell seine DFB-Stellvertreter. 

Bisher bestritt Baumann zehn DFB-Partien. Nun fühlt er sich bereit für die große WM-Aufgabe in den USA, Kanada und Mexiko. «Ich glaube, ich habe mir in der WM-Qualifikation schon ein bisschen Respekt erarbeitet. Und spätestens wenn die anderen Teams bei der WM eine Gegneranalyse machen, werden sie feststellen, dass dieser Baumann kein ganz Schlechter ist», sagte er.

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