Dem Europa-Mythos auf der Spur: Abschluss des 17. EuropÀischen Mediengipfels
08.12.2025 - 11:07:07Der Tag begann mit einem Kommentar des ĂVP-Europaabgeordneten Lukas Mandl zu Europa. AnschlieĂend richtete sich der Blick weit ĂŒber den Kontinent hinaus: Josef Aschbacher, Generaldirektor der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation (ESA), ordnete Europas Rolle im Wettrennen im All ein. Ăber die Entwicklung des belarussischen Oppositionskampfs berichtete die belarussische Oppositionspolitikerin Sviatlana Tsikhanouskaya im GesprĂ€ch zur aktuellen Pressestunde.
Einen literarisch-philosophischen Schlusspunkt setzten Schriftsteller Michael Köhlmeier und Philosoph Konrad Paul Liessmann. Der von Köhlmeier erzĂ€hlte Europa-Mythos âDie Königstochter und der Stierâ bot Liessmann den Ausgangspunkt fĂŒr Ăberlegungen zum heutigen Europa â zu seiner IdentitĂ€t, seinen UrsprĂŒngen und der Notwendigkeit, die eigene Geschichte anzuerkennen. Die dargestellte MachtausĂŒbung des Zeus, so Liessmann, zeige, âdie Geburtsstunde Europas ist von Gewalt gekennzeichnetâ. Köhlmeier ergĂ€nzte: âDie griechische Mythologie ist nichts fĂŒr zarte GemĂŒter.â Im weiteren Verlauf reflektierte Liessmann ĂŒber den europĂ€ischen Charakter: âEuropĂ€er sind im Gegensatz zur wohlmeinenden Ideologie nie die Ersten gewesen, in keinem Bereich.â Europa sei stets âZweiterâ gewesen. Zur Frage der europĂ€ischen IdentitĂ€t zog Liessmann schlieĂlich eine Parallele zu den BrĂŒdern der mythologischen Figur âEuropaâ, die aufbrechen, um ihre Schwester zu suchen â und nur zurĂŒckkehren sollen, wenn sie sie gefunden haben. âWĂŒrde man das heute auf unsere Diskussion anwenden, könnte man sagen: Bitte hört endlich auf, nach der europĂ€ischen IdentitĂ€t zu suchen â ihr werdet sie nicht findenâ, so Liessmann. Einer der BrĂŒder jedoch sucht nicht weiter, sondern befragt das Orakel von Delphi und grĂŒndet auf dessen Rat hin eine Stadt. Liessmann resĂŒmierte: âEine Stadt zu grĂŒnden heiĂt tatsĂ€chlich, Zukunft zu begrĂŒnden.â
Europa zwischen SelbstverstÀndnis und Weltblick
Mit dem dritten Tag fand der 17. EuropĂ€ische Mediengipfel, der heuer erstmals in Seefeld in Tirol stattfand, seinen Abschluss. â20 Diskussionsrunden und rund 80 Expert:innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medienwelt haben diesen EuropĂ€ischen Mediengipfel zu einem unvergesslichen Festival und einer Vermessung der EuropĂ€ischen RealitĂ€t gemachtâ, resĂŒmierte Initiator Stefan Kröll am letzten Tag.
âWir haben in den vergangenen Tagen viele Impulse ĂŒber das Funktionieren autoritĂ€rer Systeme auĂerhalb Europas erhalten. Ich glaube, wir in Europa sind uns dessen bewusst, aber wir schauen manchmal zu wenig ĂŒber den Tellerrand hinaus. Daher ist der EuropĂ€ische Mediengipfel auch so wichtigâ, betonte Meret Baumann, PrĂ€sidentin des Verbands der Auslandspresse. EU-Parlamentarierin Sophia Kircher hielt fest: âEs ist beeindruckend, diese ,Live-Berichteâ beispielsweise aus Russland oder der Ukraine zu bekommen. Das hilft, besser zu verstehen, welche Herausforderungen es gibt und was die HintergrĂŒnde sind.â
Das vollstÀndige Programm sowie die Mediathek zum Nachschauen der Panels gibt es hier: mediengipfel.at
Ăber den EuropĂ€ischen Mediengipfel
Seit dem GrĂŒndungsjahr 2007 bildet der EuropĂ€ische Mediengipfel einen auĂergewöhnlichen Rahmen fĂŒr Diskussionen, bei denen die anhaltend turbulente Welt der Medien, die europĂ€ische Politik sowie wirtschaftliche und gesellschaftspolitische ZusammenhĂ€nge der europĂ€ischen LebensrealitĂ€t beleuchtet werden.
Der von Beginn an unter der Schirmherrschaft des Ăsterreichischen AuĂenministeriums stehende EuropĂ€ische Mediengipfel â von der Kommunikationsagentur ProMedia Kommunikation initiiert und federfĂŒhrend mit dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert â wird von der Region Seefeld und dem Land Tirol bzw. der Lebensraum Tirol Gruppe unterstĂŒtzt.
Weitere Partner sind: Industriellenvereinigung Tirol, Uniqa, UniversitĂ€t Innsbruck, Management Center Innsbruck, EuropĂ€isches Parlament, Wirtschaftskammer Ăsterreich, Wirtschaftskammer Tirol, Ăsterreichische Medienakademie, APA â Austria Presse Agentur, Tageszeitung Dolomiten und Moser Holding.
Pressekontakt:
ProMedia Kommunikation GmbH
Nadine Rendl, MA
Telefon: +43 664 5208373
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