BeschĂ€ftigungswachstum in der Pflege ausschlieĂlich durch Migranten
15.10.2024 - 10:39:44AuslĂ€ndische PflegekrĂ€fte federn den demografisch bedingten RĂŒckgang der deutschen BeschĂ€ftigten damit maĂgeblich ab. Zugleich tragen sie dazu bei, dass der ArbeitskrĂ€ftemangel in der Pflege nicht noch gröĂer ausfĂ€llt und der Pflegebetrieb so aufrechterhalten wird. "Unter den PflegekrĂ€ften mit deutscher Staatsangehörigkeit befinden sich mittlerweile deutlich mehr Ă€ltere als jĂŒngere BeschĂ€ftige. Viele von ihnen erreichen in den nĂ€chsten Jahren das Rentenalter", erlĂ€uterte IAB-Forscher Holger Seibert. AuslĂ€ndische BeschĂ€ftigte erzielten in Pflegeberufen zwischen 2013 und 2023 ein stark ĂŒberproportionales BeschĂ€ftigungswachstum: In der Altenpflege um 273 Prozent, das entspricht einer Zunahme von fast 87.000 auslĂ€ndischen Personen. Auch in der Krankenpflege war eine Zunahme von 109.000 auslĂ€ndischen BeschĂ€ftigten zu beobachten - damit steigerte sich ihr BeschĂ€ftigungsstand um 256 Prozent, wie aus den Daten des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. In der Krankenpflege erhöhte sich demnach der Anteil auslĂ€ndischer an allen PflegekrĂ€ften innerhalb von zehn Jahren von 4,9 auf 14,5 Prozent. In den Altenpflegeberufen lag der Anteil 2023 mit 18,9 Prozent 12 Prozentpunkte höher als noch 2013. 2023 waren mehr auslĂ€ndische PflegekrĂ€fte aus Nicht-EU-LĂ€ndern als aus der EU in Deutschland tĂ€tig, so die Studie. Innerhalb der EU kommen PflegekrĂ€fte vor allem aus Polen, Kroatien und RumĂ€nien. Staatsangehörige aus der TĂŒrkei und Serbien bilden hingegen eine groĂe Gruppe unter den PflegekrĂ€ften aus Drittstaaten. Aus LĂ€ndern mit Anwerbevereinbarungen kommen besonders viele PflegekrĂ€fte aus Bosnien-Herzegowina, den Philippinen, Indien, Tunesien und Vietnam. Viele LĂ€nder Europas haben mit Blick auf die demografische Entwicklung einen Ă€hnlich hohen PflegekrĂ€ftebedarf wie Deutschland. Die deutschen Pflegeeinrichtungen stehen bereits heute und werden daher auch in Zukunft in einer verstĂ€rkten internationalen Konkurrenz um auslĂ€ndische PflegekrĂ€fte stehen, schlussfolgert die Studie. "Neben erleichterten Zuwanderungsregeln fĂŒr ArbeitskrĂ€fte, wird es auch um eine zĂŒgigere berufliche Anerkennung und höhere WertschĂ€tzung der mitgebrachten Qualifikationen und Kompetenzen der PflegekrĂ€fte aus dem Ausland gehen", so IAB-Forscherin Doris Wiethölter. "Generell brauchen wir eine verbesserte Willkommenskultur, um neue BeschĂ€ftigte auch langfristig in Deutschland halten zu können."


