PflegeabschlĂŒsse, Ukrainern

Nur wenige PflegeabschlĂŒsse von Ukrainern in Deutschland anerkannt

05.09.2024 - 05:00:00

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges stellten Ukrainer in Deutschland mindestens 1.822 AntrÀge auf Berufsanerkennung in Pflegeberufen.

Das ergab eine Anfrage des "Tagesspiegels" (Donnerstagausgabe) an die zustÀndigen Behörden der LÀnder. Nicht alle angefragten BundeslÀnder erfassen die Daten detailliert. In Bayern werden sie umfassend und zentral erst seit Juli vergangenen Jahres erhoben.

Nordrhein-Westfalen liegen lediglich Zahlen bis Jahresende 2023 vor, und Niedersachsen wertet den Bereich Pflege nicht separat aus. Bis heute wurden in den ĂŒbrigen 13 erfassten BundeslĂ€ndern nur 9,4 Prozent der AntrĂ€ge (insgesamt 171) seit Kriegsbeginn anerkannt. Etwa zwei Drittel aller ErstantrĂ€ge in den untersuchten BundeslĂ€ndern sind laut den Behörden unvollstĂ€ndig. AuffĂ€llig sind große Unterschiede zwischen den LĂ€ndern. WĂ€hrend in Hamburg bei nur etwa 15 Prozent aller ErstantrĂ€ge Unterlagen fehlen, ist das im Saarland und in ThĂŒringen bei mehr als 90 Prozent der Fall. Weil sich die Ausbildung in Deutschland und der Ukraine unterscheidet, mĂŒssen zudem hĂ€ufig fehlende Qualifizierungen nachgeholt werden, etwa zusĂ€tzliche PrĂŒfungen oder Sprachkenntnisse. Konkret mĂŒssen die Pfleger LehrgĂ€nge machen, zusĂ€tzliche PrĂŒfungen oder ihre Sprachkenntnisse erweitern. Von Eingang eines Antrags bis zur endgĂŒltigen Bewilligung können so laut Behörden ein bis zwei Jahre vergehen. Die Ausbildung in Deutschland dauert in der Regel drei Jahre. Insgesamt machen Ukrainer allerdings nur etwas mehr als fĂŒnf Prozent der Antragsteller aus. Die meisten Pfleger kommen von den Philippinen, aus Tunesien, Indien und der TĂŒrkei.

@ dts-nachrichtenagentur.de