GDL-Streik: Seit dem Morgen auch Personenverkehr betroffen
10.01.2024 - 02:19:13Der mehrtĂ€gige Streik der LokfĂŒhrergewerkschaft GDL hat am Morgen auch im Personenverkehr begonnen. Seit 2.00 Uhr legen zahlreiche BeschĂ€ftigte die Arbeit nieder, wie die Bahn mitteilte. Im GĂŒterverkehr ging der Ausstand bereits am Dienstagabend um 18.00 Uhr los. Der Arbeitskampf soll bis Freitagabend um 18.00 Uhr andauern. Es gilt erneut ein Notfahrplan der Deutschen Bahn, im Fernverkehr fallen dabei gut 80 Prozent des ĂŒblichen Angebots aus.
Auch im Regionalverkehr komme es zu weitreichenden EinschrÀnkungen, die regional allerdings unterschiedlich stark ausfielen, teilte die Bahn mit. Zuvor war der Konzern mit einem letzten Versuch vor dem Landesarbeitsgericht Hessen gescheitert, den Arbeitskampf juristisch zu kippen.
Der Streik fĂ€llt zeitlich mit den bundesweiten Bauernprotesten zusammen, die heute erneut zu Verkehrsbehinderungen fĂŒhren könnten. AngekĂŒndigt sind etwa Sternfahrten, Kundgebungen und Blockaden an Autobahnauffahrten - fĂŒr Pendler droht damit mancherorts ein anstrengender Tag.
Drei Tage Notfallplan
Der Ausstand bei der Bahn ist der dritte und bisher lĂ€ngste im aktuellen Tarifstreit der Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) und der Deutschen Bahn. Auch das Eisenbahnunternehmen Transdev wird bestreikt. Mit EinschrĂ€nkungen ist auch in den Stunden nach dem offiziellen Streikende noch zu rechnen. Ob der eigene Zug fĂ€hrt oder nicht, können FahrgĂ€ste ĂŒber die ĂŒblichen AuskunftskanĂ€le der Bahn erfahren. Der Notfahrplan ist dort bereits eingepflegt.
FahrgĂ€ste sind dazu aufgerufen, ihre geplanten Fahrten zwischen heute und Freitag zu verschieben. Die Zugbindung fĂŒr sĂ€mtliche Tickets wĂ€hrend des Streikzeitraums vom 10. bis 12. Januar ist laut Bahn aufgehoben. Kundinnen und Kunden können also auch in den Tagen danach noch ihre Fahrt noch antreten.
Die Bahn forderte die GDL am Dienstagabend auf, wieder an den Verhandlungstisch zurĂŒckzukehren. Auch Verkehrsminister Volker Wissing rief beide Seiten zu Verhandlungen auf. «Es muss ein Weg gefunden werden, mit dem beide Seiten zurechtkommen. Dazu muss miteinander gesprochen werden», sagte der FDP-Politiker der «Bild». GDL-Chef Claus Weselsky betonte dagegen, dass es an der Bahn sei, ein verbessertes Angebot vorzulegen. «Die Frage der VerkĂŒrzung des Streiks steht nicht zur Debatte», machte der 64-JĂ€hrige deutlich.
Tarifstreit seit Novemeber
Seit Anfang November ringt die GDL mit der Bahn und anderen Eisenbahnunternehmen um höhere Tarife. Kern des aktuellen Tarifkonflikts ist aber die Forderung der Gewerkschaft nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit fĂŒr Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden. Die Bahn hĂ€lt diese Forderung fĂŒr unerfĂŒllbar. Sie ist lediglich bereit, mit der Gewerkschaft ĂŒber die Ausweitung bereits bestehender Arbeitszeit-Wahlmodelle zu reden.
Gewerkschaftschef Weselsky lehnt das ab und verweist auf schon vereinbarte AbschlĂŒsse mit den kleineren Eisenbahnunternehmen Netinera und Go Ahead. Dort hatte die GDL in den vergangenen Wochen die geforderte Arbeitszeitreduzierung durchgesetzt. Nach diesem Muster sollen nun auch die noch ausstehenden AbschlĂŒsse gestaltet werden.
Im aktuellen Tarifstreit hat die GDL bereits zweimal zu Warnstreiks aufgerufen, die im Personenverkehr aber maximal 24 Stunden dauerten. Im Dezember hat die Gewerkschaft ihre Mitglieder per Urabstimmung ĂŒber unbefristete Streiks abstimmen lassen. Rund 97 Prozent der Teilnehmer sprachen sich dafĂŒr aus. Seither sind lĂ€ngere Streiks möglich.







