Razzia wegen antisemitischer Straftaten in Bayern
21.11.2023 - 09:17:28Die bayerischen Strafverfolger sind am Dienstag mit Razzien in zehn StĂ€dten und Landkreisen gegen mutmaĂliche Antisemiten vorgegangen. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten am Morgen die Wohnungen und RĂ€umlichkeiten von insgesamt 17 Beschuldigten, die Judenhass verbreitet haben sollen.
Dabei handelt es sich laut LKA um zwei Frauen und fĂŒnfzehn MĂ€nner im Alter zwischen 18 und 62 Jahren. Sie sollen sich in sozialen Netzwerken volksverhetzend geĂ€uĂert, Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen verwendet oder Straftaten gebilligt haben. Die Ermittler vernahmen die Beschuldigten und beschlagnahmten unter anderem Mobiltelefone und Laptops. ZunĂ€chst war von 20 Beschuldigten die Rede gewesen.
«Gas the Jews»
Bei den Strafverfahren geht es vor allem um ĂuĂerungen nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober. Das LKA sprach von einem «Aktionstag Plus gegen Antisemitismus».
So soll eine Beschuldigte in einem Klassenchat einen Sticker mit der Unterschrift «Gas the Jews» verschickt haben, ein weiterer soll online ein Hitler-Bild mit Anspielung auf den Holocaust gepostet haben, ein dritter soll ebenfalls online geschrieben haben, dass Juden die Auslöschung verdient hÀtten.
Schwerpunkt der Razzien waren demnach Stadt und Landkreis MĂŒnchen, wo die Behörden neun TatverdĂ€chtige in den Blick nahmen und ebensoviele Objekte durchsuchten. Weitere Durchsuchungen gab es in FĂŒssen und Kaufbeuren sowie in den Landkreisen Passau, FĂŒrstenfeldbruck, Berchtesgadener Land, Coburg, Aschaffenburg und HaĂberge.


