Verband: Weniger GÀste und höhere Preise nach Mehrwertsteuererhöhung
15.04.2024 - 14:46:44 | dpa.deEtwa ein Drittel der befragten Gastronomie-Betriebe gab an, dass der Durchschnittsbon pro Gast seit der Mehrwertsteueranpassung niedriger ausfalle, wie aus einer am Montag veröffentlichten Dehoga-Umfrage hervorgeht.
FĂŒr Speisen in Restaurants oder CafĂ©s war der Mehrwertsteuersatz in der Corona-Pandemie zur Entlastung der Branche vorĂŒbergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt worden. Diese Ausnahmeregelung wurde wegen der Energiekrise mehrmals verlĂ€ngert, zuletzt bis Ende 2023. Seit dem Jahreswechsel gilt wieder der höhere Satz von 19 Prozent. Bei GetrĂ€nken war dieser Steuersatz ĂŒber die Jahre gleich geblieben. An der Umfrage des Dehoga-Bundesverbandes nahmen vom 3. bis 12. April laut Verband 3175 Betriebe teil.
Etwa vier von fĂŒnf der befragten Gastronomie-Betriebe haben in den vergangenen Wochen laut Umfrage die Preise erhöht. "Nach vier Verlustjahren lieĂen die massiv gestiegenen Kosten den Betrieben keine andere Wahl, als die Preise anzupassen", sagte Dehoga-PrĂ€sident Guido Zöllick. Laut Umfrage verzichten fast zwei Drittel der Betriebe aufgrund der Mehrwertsteueranpassung auf Investitionen oder fahren ihre Ausgaben in diesem Bereich zurĂŒck. Fast ein Drittel der befragten Betriebe kĂŒrzte demnach die Ăffnungszeiten.
Der Dehoga hatte sich Ende 2023 immer wieder gegen eine RĂŒckkehr zum allgemeinen Mehrwertsteuersatz ausgesprochen. Zöllick fordert, Essen einheitlich mit sieben Prozent zu besteuern. Dass auf Speisen in der Gastronomie ein anderer Steuersatz anfalle als auf Speisen zum Mitnehmen, bewertet der Verband als "absurd".
45,1 Prozent der befragten Unternehmen gehen laut Dehoga davon aus, dass sich das GeschĂ€ft in den kommenden drei Monaten schlechter entwickeln wird als aktuell (besser: 15,5 Prozent, gleichbleibend: 39,4 Prozent). Auf die Frage, wo die gröĂten Herausforderungen liegen, nannten drei Viertel der Betriebe steigende Personalkosten. Die Anpassung der Mehrwertsteuer, BĂŒrokratie und steigende Energiekosten wurden von rund zwei Drittel als gröĂte Herausforderungen genannt.
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