Lösung fĂŒr Transparenz und Finanzierung bei Kliniken
22.02.2024 - 03:54:29Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet nach der Auflösung eines Streits mit den LĂ€ndern eine finanzielle Stabilisierung der Kliniken und mehr Transparenz fĂŒr die Patientinnen und Patienten. Ein Krankenhaussterben könne damit 2024 abgewendet werden, sagte der SPD-Politiker in Berlin.
Ein geplanter Online-Atlas zu Angebot und BehandlungsqualitĂ€t der Kliniken als Orientierung etwa fĂŒr Krebspatienten soll zum 1. Mai starten. Hintergrund ist ein Beschluss des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat, wonach ein von den LĂ€ndern zunĂ€chst gestopptes Gesetz doch kommen soll. Von Kliniken, Krankenkassen, Ărzten und aus den LĂ€ndern kam weiterhin Kritik.
Der Bundesrat hatte das vom Bundestag beschlossene Transparenzgesetz fĂŒr die Kliniken im November ausgebremst. Der Vermittlungsausschuss stimmte am Mittwochabend aber mit Mehrheit dafĂŒr, es doch unverĂ€ndert anzunehmen. Angepeilt wird dafĂŒr die Sitzung des Bundesrats am 22. MĂ€rz. Die Co-Vorsitzende des Vermittlungsausschusses, Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD), sagte, man könne damit rechnen, dass es dann fĂŒr eine Zustimmung in der LĂ€nderkammer reiche.
Online-Atlas zu 1700 Klinikstandorten
Lauterbach sagte: «Es gibt mehr Geld fĂŒr die Kliniken und eine bessere Ăbersicht ĂŒber die QualitĂ€t der HĂ€user.» Konkret geht es um einen staatlichen Online-Atlas zu bundesweit 1700 Klinikstandorten. «Patientinnen und Patienten erfahren endlich, wo sie am besten behandelt werden», sagte der Minister. Abrufbar sein sollen auf dem Portal auch Daten zu Fallzahlen, also zur Behandlungserfahrung, zum PersonalschlĂŒssel bei Ărztinnen, Ărzten und PflegekrĂ€ften sowie zu Komplikationsraten ausgewĂ€hlter Eingriffe.Â
Im Gesetz vorgesehen sind auch Regelungen zu zusĂ€tzlicher LiquiditĂ€t von sechs Milliarden Euro fĂŒr die Klinken in diesem Jahr. Es soll eine groĂe Reform mit Neuregelungen zur VergĂŒtung der KrankenhĂ€user begleiten, ĂŒber die Bund und LĂ€nder verhandeln. Lauterbach sagte zur generellen Finanzierung zudem, die Bundesregierung stehe zu ihrem Wort, das sie den LĂ€ndern im Bundesrat gegeben habe. Unter anderem sollen Lohnsteigerungen aller BeschĂ€ftigten bei der Erstattung der Betriebskosten besser abgebildet werden.
FĂŒr die groĂe Reform stellte Lauterbach auĂerdem einen «Transformationsfonds» in Aussicht, fĂŒr den 50 Milliarden Euro von 2025 an fĂŒr zehn Jahre geplant seien â je zur HĂ€lfte finanziert vom Bund ĂŒber den Gesundheitsfonds als Geldsammel- und Verteilstelle der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sowie von den LĂ€ndern.Â
Reaktion und Kritik
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sprach von einer «verpassten Chance», der Insolvenzwelle entgegenzutreten. Nach wie vor mĂŒssten die Kliniken jeden Monat 500 Millionen Euro zuschieĂen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Die BundesĂ€rztekammer erklĂ€rte, um das Gesetz durchzusetzen, habe der Minister weitere Finanzmittel in den Raum gestellt. Bei bloĂen Versprechungen dĂŒrfe es aber nicht bleiben.
Der GKV-Spitzenverband betonte mit Blick auf den Transformationsfonds, der Auf- und Umbau der Infrastruktur sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. «Ein RĂŒckgriff auf Mittel der Beitragszahlenden der gesetzlichen Krankenversicherung wĂ€re ein Etikettenschwindel.» FĂŒr Bayern erklĂ€rte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU), bei einem Nein zu dem Gesetz zu bleiben.


