Union erwartet Koalitionsverhandlungen bis in nÀchste Woche
04.04.2025 - 10:00:36Trotz schrittweiser Fortschritte auch bei schwierigen Themen ist ein Ende der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD noch nicht absehbar. Es gebe auf allen Seiten die Bereitschaft, «langsam in eine Schlusskurve zu biegen», sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt vor einer weiteren Beratungsrunde in der SPD-Zentrale in Berlin. Aus Teilnehmerkreisen war zu hören, dass die GesprĂ€che am Samstag und auch am Montag fortgefĂŒhrt werden. Hinter den Kulissen werden auch weitere Tage fĂŒr sehr wahrscheinlich gehalten.
«Noch ordentliches StĂŒck Weg zu gehen»
«Wir kommen voran», sagte SPD-Vize und Sozialminister Hubertus Heil der Deutschen Presse-Agentur. Der CDU-UnterhĂ€ndler Thorsten Frei rechnet gleichwohl damit, dass sich die Verhandlungen bis in die nĂ€chste Woche ziehen: «Es ist noch ein ordentliches StĂŒck Weg zu gehen. Und deswegen gehe ich davon aus, dass wir in die nĂ€chste Woche gehen.»
Die Verhandlungen wirbeln derweil auch die parteiinternen Termine in der CDU durcheinander. Am Montag sollen keine Sitzungen der CDU-Spitzengremien stattfinden, wie aus der Parteizentrale bestĂ€tigt wurde. Nach Berichten der «Rheinischen Post» und der «SĂŒddeutschen Zeitung» wurde eine Vorstandssitzung mit Verweis auf die laufenden Koalitionsverhandlungen abgesagt.Â
Beide Seiten sprachen aber von Fortschritten in den Verhandlungen. «Wir bewegen uns aufeinander zu», sagte Frei, der Parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag ist. «Es geht jetzt im Grunde darum, dass wir die Stolpersteine aus dem Weg rĂ€umen.»
Dobrindt: Dank viel Dynamik konnten bereits Dinge gelöst werden
Dobrindt sagte, dass am Donnerstag «sehr viel Dynamik im Raum» gewesen sei und «Dinge miteinander gelöst werden konnten». Er gehe deswegen davon aus, «dass wir jetzt am heutigen Tag und am Wochenende groĂe Fortschritte machen werden». Am Samstag wolle man «ein paar knifflige Aufgaben» angehen, denn noch immer stĂŒnden «groĂe Aufgaben» vor den Verhandlern.Â
Schwierige Finanzlage erschwert Debatte zusÀtzlich
Besonders erschwert werden die Verhandlungen abseits inhaltlicher Differenzen auch fortwĂ€hrend durch die angespannte Finanzlage des Bundes. «Es geht heute vor allem um inhaltliche Themen, aber natĂŒrlich muss man zum Inhalt auch immer die Finanzen haben», sagte Mecklenburg-Vorpommerns SPD-MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig. Zwar erwarte auch sie, dass Verhandlungen weiter vorankĂ€men, erklĂ€rte aber auch, dass es durchaus auch weiterhin schwierig sei.
In der Regel mĂŒssen die besonders strittigen Fragen in kleinen Runden von den Parteichefs selbst geeint werden. Dazu muss die groĂe Verhandlungsrunde jeweils unterbrochen werden.


