Serbien-Wahl: Vucic gesteht Niederlage gegen Studentenliste ein
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 21:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRegierungsbildung nach dem Machtwechsel
- Vucic rÀumte die Niederlage der regierenden SNS bei der Parlamentswahl in Serbien ein.
- Die Studentenliste gewann nach einer von Vucic genannten Ergebnisprojektion.
- Die neue Parlamentsmehrheit steht nun vor der Bildung einer Regierung.
Studentenliste gewinnt Serbiens Parlamentswahl
Bei der Parlamentswahl in Serbien hat der Spitzenkandidat der regierenden SNS-Partei, Aleksandar Vucic, seine Niederlage eingestanden. Die oppositionelle Studentenliste habe die Wahl gewonnen, sagte Vucic in einer Ansprache vor seinem Wahlkampfstab in Belgrad unter Berufung auf eine Projektion der Ergebnisse.
Oppositionelle Bewegung vor Regierungsbildung
Mit dem EingestÀndnis zeichnet sich ein Machtwechsel im serbischen Parlament ab. Die Studentenliste tritt damit aus der Rolle einer Protestbewegung heraus und muss nun klÀren, wie sie ihre parlamentarische Mehrheit politisch nutzen will.
Im Zentrum steht zunĂ€chst die Bildung einer Regierung. DafĂŒr mĂŒssen die neuen Abgeordneten tragfĂ€hige Vereinbarungen treffen und ihre gemeinsamen politischen Ziele in ein konkretes Programm ĂŒbersetzen.
Vucics SNS verliert ihre bisherige Dominanz
Die Niederlage trifft die Serbische Fortschrittspartei, die unter Vucic lange den politischen Kurs des Landes geprÀgt hat. Der Ausgang der Wahl stÀrkt zugleich KrÀfte, die aus der studentischen Protestbewegung hervorgegangen sind.
FĂŒr Serbien beginnt damit eine Phase politischer Neuordnung. Wie stabil die neue Mehrheit ist und welche personellen Entscheidungen folgen, dĂŒrfte die nĂ€chsten Schritte bestimmen.
Die Niederlage von Aleksandar Vucic markiert einen tiefen Einschnitt in der serbischen Innenpolitik. Die oppositionelle Studentenliste war aus einer Protestbewegung hervorgegangen, die nach monatelangen Demonstrationen gegen die politische FĂŒhrung und gegen institutionelle MissstĂ€nde angetreten war.
Die Wahl war damit mehr als ein regulĂ€rer Urnengang: Sie wurde als Abstimmung ĂŒber Vucics langjĂ€hrige politische Dominanz und den Kurs des Landes verstanden. Dass die Studentenbewegung nun die regierende SNS geschlagen haben soll, verschiebt das KrĂ€fteverhĂ€ltnis im Parlament und zwingt die bisher dominierende Partei zur Suche nach neuen Mehrheiten.
Folgen fĂŒr Serbiens Kurs
FĂŒr die neue Parlamentsmehrheit dĂŒrfte zunĂ€chst die Regierungsbildung im Mittelpunkt stehen. Die Studentenliste muss ihre Protestkoalition in eine arbeitsfĂ€hige politische Zusammenarbeit ĂŒberfĂŒhren und konkrete Positionen etwa zu Rechtsstaatlichkeit, KorruptionsbekĂ€mpfung und institutionellen Reformen entwickeln.
Auch auĂenpolitisch ist der Ausgang bedeutsam. Serbien bewegt sich zwischen einer angestrebten AnnĂ€herung an die EuropĂ€ische Union, engen Beziehungen zu Russland und regionalen Konflikten auf dem Westbalkan. Ein Machtwechsel könnte den politischen Stil und die PrioritĂ€ten verĂ€ndern, ohne automatisch eine sofortige Neuausrichtung in allen Fragen zu bedeuten.
Hohe Erwartungen an die Sieger
FĂŒr die Bevölkerung folgen nun schwierige Verhandlungen ĂŒber eine stabile Regierung. Entscheidend wird sein, ob die Studentenliste ihren Wahlerfolg in dauerhafte parlamentarische Strukturen ĂŒbersetzen kann und wie die bisher regierende SNS auf die Niederlage reagiert.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: âStudenten könnten Vu?i?s System bei Wahlsieg auffliegen lassenâ (24.10.2026)
Der Beitrag habe die Studentenbewegung vor der Wahl als basisdemokratisch organisierte politische Kraft beschrieben. Damit bestÀtige er den organisatorischen Hintergrund des Wahlerfolgs, setze aber stÀrker auf die Frage, ob die Bewegung das bisherige politische System tatsÀchlich verÀndern könne.
taz: âNeuwahlen in Serbien: Sie lehren Vu?i? das FĂŒrchtenâ (23.10.2026)
Die taz habe die vorgezogene Wahl in die Vorgeschichte der fast zweijÀhrigen studentischen Massenproteste eingeordnet. Anders als der n-tv-Beitrag habe sie vor allem die politische Dynamik vor dem Urnengang und den Druck auf Vu?i? herausgestellt.
Beide BeitrĂ€ge hĂ€tten die Studentenbewegung als zentrale Herausforderung fĂŒr Vu?i? beschrieben. Offen bleibe, wie die neue Mehrheit regieren und welche konkreten Reformen sie durchsetzen werde.
