Seyran Ates, Elif Eralp

Seyran Ates kritisiert Elif Eralp und Berliner Linke

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Islamkritikerin Seyran Ates fordert von Elif Eralp und der Berliner Linken einen konsequenten Umgang mit extremistischen Strukturen. Sicherheitsbedenken dürften nach ihrer Einschätzung nicht in politische Nachsicht umschlagen.

Ates warnt vor politischer Rücksichtnahme

  • Seyran Ates kritisiert Elif Eralp und Teile der Berliner Linken wegen des Umgangs mit migrantisch-islamistischen Milieus.
  • Ates sagte, sie lebe seit fast 20 Jahren unter Personenschutz und kenne die Folgen von Bedrohungen für Familien.
  • Nach ihrer Einschätzung dürfen Sicherheitsratschläge nicht dazu führen, dass extremistische Strukturen politisch geschont werden.
Elif Eralp am 29.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ates fordert klare Haltung von Berliner Linken

Die Islamkritikerin Seyran Ates hat die Berliner Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp und deren Partei kritisiert. Anlass ist ein Bericht über Eralps Angst vor Terrorsympathisanten.

Warnung vor politischer Rücksichtnahme

„Eine Regierende Bürgermeisterin darf Angst haben“, sagte Ates den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Sie dürfe sich „aber nicht einschüchtern lassen“.

Ates verwies auf ihre eigene Situation: Sie lebe „seit fast 20 Jahren unter Personenschutz“ und wisse „sehr genau, was Bedrohung für einen selbst und die eigene Familie“ bedeute.

Sicherheitsratschläge ernst nehmen

„Sicherheitsratschläge muss man ernst nehmen. Trotzdem darf Angst niemals dazu führen, dass extremistische Strukturen politisch geschont, verschwiegen oder nicht konsequent bekämpft werden“, sagte die Islamkritikerin.

Kritik an Teilen der Berliner Linken

Teile der Berliner Linken hätten „bestimmte migrantisch-islamistische Milieus gezielt angesprochen, politisch hofiert und als Wählerklientel mobilisiert“, so Ates. Wer auch mit diesem Klientel eine Wahl gewinne, dürfe sich nicht wundern, wenn es anschließend Einfluss verlange und erwarte, dass geliefert werde.

Die Äußerungen von Seyran Ates treffen in eine aufgeheizte Debatte über den Umgang der Berliner Linken mit islamistischen und israelfeindlichen Milieus. Auslöser ist ein Bericht über interne Anmerkungen Elif Eralps, in denen Sorgen um die eigene Sicherheit und die ihrer Familie thematisiert wurden. Eralp wies die daraus abgeleitete Kritik anschließend zurück und erklärte, sie werde sich nicht einschüchtern lassen.

Ates verbindet ihre Kritik mit ihrer eigenen Sicherheitsbiografie. Die Frauenrechtlerin steht nach eigenen Angaben seit fast zwei Jahrzehnten unter Personenschutz. Ihre zentrale Unterscheidung lautet: Sicherheitsbedenken müssten ernst genommen werden, dürften aber nicht dazu führen, dass extremistische Strukturen politisch geschont oder aus Rücksicht auf mögliche Wählergruppen ausgeblendet würden.

Konflikt innerhalb der Berliner Linken

Politisch reicht der Streit damit über die Person Eralp hinaus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Partei mit Gruppen umgehen soll, deren Unterstützung bei Wahlen relevant sein kann, deren Positionen aber zugleich mit demokratischen, menschenrechtlichen oder sicherheitspolitischen Grundsätzen kollidieren.

Die Berliner Linke will Eralp trotz der Kontroverse als Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin profilieren. Zugleich zeigen die Reaktionen, dass der Umgang mit dem Nahostkonflikt, mit islamistischen Netzwerken und mit innerparteilicher Kritik die geplante Regierungsbildung in Berlin weiter begleiten dürfte. Für Wähler ist entscheidend, ob die Partei konkrete Grenzen gegenüber Extremismus formuliert und wie sie Sicherheitsfragen politisch einordnet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

rbb24: „Eralp: "Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen"“ (30.10.2026)

Der Bericht stellt Eralps eigene Reaktion auf die Sicherheitsdebatte heraus. Er bestätigt den Zusammenhang mit den veröffentlichten internen Anmerkungen, setzt den Schwerpunkt aber auf Eralps Zurückweisung einer Einschüchterung durch die Kritik.

BR24: „Linken-Vize Gürpinar nennt Vorwürfe gegen Eralp absurd“ (30.10.2026)

Der Beitrag gibt die Reaktion des stellvertretenden Linken-Bundesvorsitzenden Ate? Gürp?nar wieder, der die Vorwürfe gegen Eralp zurückweist. Damit setzt er einen anderen Akzent als Ates und stellt die innerparteiliche Verteidigung Eralps in den Vordergrund.

Übereinstimmend steht die Sicherheitsdebatte um Eralp im Zentrum. Unterschiede zeigen sich bei der Bewertung: Während Ates vor politischer Rücksichtnahme auf extremistische Milieus warnt, betont die Linken-Spitze die Zurückweisung der Vorwürfe.

Disclaimer...
de | politik | 70440131 |