TU-Aufsichtsrat, RĂŒcktrittsforderung

TU-Aufsichtsrat: Keine RĂŒcktrittsforderung an PrĂ€sidentin

10.06.2024 - 14:05:47

Sie likte ein antisemitisches Posting auf der Plattform X. Das löste einen Skandal aus. Jetzt tagte der Aufsichtsrat zur Causa Rauch.

Der Aufsichtsrat der Technischen UniversitĂ€t Berlin (TU) hat sich im Antisemitismus-Skandal um die TU-PrĂ€sidentin Geraldine Rauch fĂŒr eine kritische UnterstĂŒtzung ihrer Person ausgesprochen.

«Zwar hat die PrĂ€sidentin durch ihr Fehlverhalten der TU Berlin viel Schaden zugefĂŒgt, dennoch sollte ihr die Chance eingerĂ€umt werden, das von ihr angebotene Programm zur Festigung des Vertrauens in die TU Berlin und zur Wahrung der Tradition als weltoffene, tolerante und anti-rassistische UniversitĂ€t erfolgreich umzusetzen», teilte die TU mit. Damit sieht das Gremium von einer RĂŒcktrittsforderung beziehungsweise einer Empfehlung zur Abwahl der PrĂ€sidentin ab. Der Rat tagte digital unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zuvor berichtete der «Tagesspiegel».

Das Kuratorium attestierte Rauch, einen Fehler aus «NachlĂ€ssigkeit» begangen zu haben. Rauchs Reue ĂŒberzeuge die Kuratoriumsmitglieder, die die PrĂ€sidentin «konstruktiv-kritisch bei ihrem angekĂŒndigten Neuanfang» unterstĂŒtzen wollen.

Die PrĂ€sidentin der TU steht in der Kritik, weil sie mindestens einen antisemitischen Post auf der Plattform X im Kontext des Gaza-Kriegs mit einem «GefĂ€llt mir» markiert hatte. Die 41-JĂ€hrige hatte sich dafĂŒr entschuldigt und von «tiefer Reue» gesprochen. Vergangenen Donnerstag erklĂ€rte sie, im Amt bleiben zu wollen, obwohl sich eine knappe Mehrheit des Akademischen Senats fĂŒr ihren RĂŒcktritt ausgesprochen hatte. FĂŒr eine Abwahl wĂ€re aber ein Beschluss notwendig gewesen, fĂŒr den eine Zwei-Drittel-Mehrheit hĂ€tte stimmen mĂŒssen.

@ dpa.de