Studie: Klimaziel 2025 erreicht, aber nur wenig CO2 gespart
07.01.2026 - 05:05:05Deutschland hat sein Klimaziel nach einer aktuellen Studie im vergangenen Jahr eingehalten â allerdings ist der AusstoĂ an Treibhausgasen weniger stark gesunken als noch 2024. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung der Denkfabrik Agora Energiewende, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. «Deutschland verliert Tempo beim Klimaschutz», sagte Direktorin Julia BlĂ€sius.
Damit seien die Klimaziele fĂŒr das Jahr 2030 in Gefahr, warnt Agora Energiewende. Bis dahin soll der AusstoĂ an klimaschĂ€dlichen Gasen um 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 sinken. Um dieses Ziel einzuhalten, mĂŒssten ab diesem Jahr im Durchschnitt 36 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, viermal so viel wie im vergangenen Jahr, rechnet die Denkfabrik vor.Â
Wo Deutschland steht beim CO2-Sparen?
Der Untersuchung zufolge hat Deutschland im vergangenen Jahr 640 Millionen Tonnen CO2-Ăquivalente ausgestoĂen. Zur besseren Vergleichbarkeit werden andere Treibhausgase in Kohlendioxid (CO2) umgerechnet. Damit sind die Emissionen 1,5 Prozent niedriger als 2024 und 49 Prozent niedriger als 1990. Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoĂen als wieder gespeichert werden können.Â
Nicht in allen Bereichen sind Daten bereits fĂŒr das gesamte Jahr 2025 verfĂŒgbar. Zum Teil greift Agora Energiewende deshalb auf Hochrechnungen zurĂŒck.Â
Wie schon in den Vorjahren sei die schlechte Wirtschaftslage maĂgeblich mitverantwortlich fĂŒr den geringeren CO2-AusstoĂ, stellen die Experten fest. Insbesondere energieintensive Industrien produzieren weniger, die exportorientierte deutsche Wirtschaft leider unter der Handelspolitik der USA und Chinas.Â
Erneuerbare Energien legen zu
Positiv machte sich der Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um etwa zwei Prozent bemerkbar, der wesentlich auf das Konto der Solarenergie ging. Hier wurde laut Agora im vergleichsweise sonnigen Jahr 2025 eine Rekordmenge an Strom erzeugt, und es entstanden neue KapazitĂ€ten mit einer Leistung von 17,5 Gigawatt (GW). Photovoltaik war damit erstmals die zweitwichtigste Stromquelle, vor Gas und Kohle.Â
Am meisten Strom wurde der Untersuchung zufolge aus Windkraftanlagen gewonnen, trotz eines relativ windstillen Jahresbeginns. Es entstanden an Land zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten von 4,5 GW, nach Abzug alter Anlagen, die vom Netz gingen oder durch leistungsstĂ€rkere ersetzt wurden. Genehmigungen fĂŒr weitere 17,9 GW wurden erteilt. Bis dieser Strom ans Netz geht, dauert es ungefĂ€hr zwei Jahre.Â
«VerkĂŒrzte Genehmigungsverfahren und deutlich mehr ausgewiesene FlĂ€chen trugen maĂgeblich zu dieser Beschleunigung bei», schreibt Agora. Bei der Offshore-Windenergie (Windparks in GewĂ€ssern) gebe es dagegen wenig Zuwachs. BlĂ€sius erklĂ€rt: «Auch wenn die erneuerbaren Energien wie erwartet weiter zulegen, wird das auf Dauer nicht die RĂŒckstĂ€nde bei Verkehr und GebĂ€uden ausgleichen können.»
GebĂ€ude und Verkehrssektor hinken hinterherÂ
Denn wie in den Vorjahren ging es 2025 mit dem Klimaschutz im GebĂ€ude- und Verkehrsbereich kaum voran. Der CO2-AusstoĂ sei in beiden Bereichen gestiegen, so die Fachleute. Wegen eines kalten Jahresbeginns sei mehr Ăl und Gas zum Heizen verbraucht worden, die Emissionen stiegen um 3 Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise 1,4 Prozent im Vergleich zu 2024.Â
Die europĂ€isch festgelegten Klimaschutzvorgaben wĂŒrde Deutschland nach diesen ersten Berechnungen um rund 30 Millionen Tonnen CO2 verfehlen. Wenn es so weitergehe, mĂŒsse die Bundesregierung bis 2030 zusĂ€tzliche Rechte zum CO2-AusstoĂ in Höhe von bis zu 34 Milliarden Euro von anderen Staaten kaufen, schreiben die Fachleute.
Wie passiert mit der Förderung von WÀrmepumpen und E-Autos?
Der Absatz klimafreundlicherer WĂ€rmepumpen und Elektroautos zieht an, allerdings laut Agora nicht ausreichend zur Erreichung der Klimaziele. So seien im vergangenen Jahr mit rund 300.000 StĂŒck erstmals mehr WĂ€rmepumpen als Gasheizungen verkauft worden, der Anteil elektrischer Pkw an den Neuzulassungen sei auf knapp ein FĂŒnftel gestiegen. Dabei bremsten aber hohe Investitionskosten. Je kleiner ein Auto sei, desto eher sei ein Verbrenner die gĂŒnstigere Wahl, erklĂ€rt die Denkfabrik.
Derzeit wird der private Kauf von Elektroautos nicht gefördert, die schwarz-rote Bundesregierung will das Ă€ndern und arbeitet an neuen Regelungen. Diskutiert wird auch ĂŒber eine Reform des GebĂ€udeenergiegesetzes und die Förderung fĂŒr den allmĂ€hlichen Austausch alter Gas- und Ălheizungen.Â
Das Gesetz sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Die CDU strebt eine Ănderung der 65-Prozent-Vorgabe an. Die SPD will daran festhalten.







