SPD, CDU

Esken attackiert Hessen CDU wegen LĂŒbcke-Mord

29.06.2023 - 14:23:57

SPD-Chefin Esken wirft der hessischen CDU vor, zu wenig gegen Rechtsextremismus getan zu haben. Die Bundes-CDU reagiert empört und spricht von Wahlkampf-Instrumentalisierung.

SPD-Chefin Saskia Esken hat der hessischen CDU zu wenig Entschlossenheit im Kampf gegen Rechtsextremismus vorgeworfen - und empörten Widerspruch der Bundes-CDU geerntet.

«Der Mord an Walter LĂŒbcke hĂ€tte verhindert werden können», sagte die SPD-Politikerin dem «Spiegel» mit Blick auf den im Jahr 2019 ermordeten CDU-Politiker LĂŒbcke. Der Kasseler RegierungsprĂ€sident war von einem Rechtsextremisten erschossen worden. Eskens Worten zufolge war es etwa bekannt, «in welchen rechtsradikalen Netzwerken sich der TĂ€ter, ein einschlĂ€gig bekannter Neonazi mit bekannter Gewaltbereitschaft und Gesinnung», umgetrieben hatte.

CDU-GeneralsekretĂ€r Mario Czaja kritisierte Eskens Aussagen scharf. «Mit der schamlosen Instrumentalisierung des Mordes an Walter LĂŒbcke fĂŒr den Wahlkampf stellt sich die Ex-Volkspartei SPD erneut ins Abseits», twitterte Czaja am Donnerstag mit Blick auf die Landtagswahl in Hessen am 8. Oktober. Die SPD-Vorsitzende zeige mit ihren Aussagen, dass ihr politischer Anstand fehle sowie Respekt fĂŒr LĂŒbckes Familie.

Nach dem Mord am CDU-Politiker war ein Untersuchungsausschuss ins Leben gerufen worden, der die Rolle der Sicherheitsbehörden in dem Mordfall aufarbeiten sollte. An den Behörden war Kritik laut geworden - etwa in Bezug auf mutmaßliche VersĂ€umnisse bei der Weitergabe von Informationen. Im Kern steht die Frage, ob die Tat hĂ€tte verhindert werden können. Der verurteilte Mörder Stephan Ernst war als Rechtsextremist aktenkundig, aber zum Tatzeitpunkt nicht mehr unter besonderer Beobachtung des Verfassungsschutzes gewesen.

@ dpa.de