China-Politik: SPD-Ministerien fordern hÀrtere Gangart gegen Peking
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie SPD-gefĂŒhrten Bundesministerien dringen vor dem Koalitionsausschuss auf eine hĂ€rtere Gangart der Bundesregierung gegenĂŒber China.
Forderung nach robusterem Vorgehen
Das geht aus einem Papier zur Vorbereitung des Treffens hervor, ĂŒber das zuerst die âZeitâ berichtete. Darin heiĂt es, Chinas Wirtschafts- und Handelspolitik stĂŒtze sich auf staatliche Subventionen, administrativ gesteuerte ĂberkapazitĂ€ten und wirtschaftlichen Zwang.
Chinesische Unternehmen hĂ€tten dadurch Wettbewerbsvorteile, die mit rein marktwirtschaftlichen Mitteln nicht möglich wĂ€ren. Deutschland mĂŒsse diesen Verzerrungen ârobusterâ entgegentreten.
Untersuchung gegen Plug-in-Hybride
Die SPD-Ministerien argumentieren, China verletze systematisch die bestehenden Regeln des Welthandels. Deutschland solle sich deshalb bei der EuropĂ€ischen Union fĂŒr eine Antisubventionsuntersuchung gegen chinesische Autokonzerne einsetzen, die Plug-in-Hybride herstellen.
Bei einem solchen Verfahren wird geprĂŒft, ob auslĂ€ndische Hersteller durch staatliche UnterstĂŒtzung unrechtmĂ€Ăige Wettbewerbsvorteile erhalten. Gegebenenfalls können daraus Ausgleichszölle folgen.
Produktpiraterie und Standards im Blick
Daneben soll strikter gegen Produktpiraterie vorgegangen werden. Auch die Verletzung von Arbeits- und Umweltstandards, durch die China niedrige Exportpreise erreiche, soll stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden.
Beratung im Koalitionsausschuss
Die Spitzen von Union und SPD wollen den Umgang mit China am Mittwoch im Koalitionsausschuss beraten. Die Koalition war zuletzt angesichts wachsender Billigimporte aus China bereits auf einen etwas restriktiveren Kurs eingeschwenkt.
Nach Darstellung des Berichts wollen das unionsgefĂŒhrte Wirtschaftsministerium und Teile des Kanzleramts HandelsschutzmaĂnahmen jedoch nur sehr zurĂŒckhaltend nutzen. Damit zeichnet sich innerhalb der Regierung eine Debatte ĂŒber Umfang und Zielrichtung eines hĂ€rteren Vorgehens ab.
Handelspolitischer Kurswechsel
Die Forderung der SPD-Ministerien steht im Spannungsfeld zwischen offenem Handel und dem Schutz europĂ€ischer Unternehmen. Im Mittelpunkt steht nicht ein genereller Importstopp, sondern die Frage, ob staatliche Subventionen, ĂberkapazitĂ€ten und andere Eingriffe chinesischen Anbietern Vorteile verschaffen, die europĂ€ische Firmen nicht ausgleichen können.
FĂŒr die EU wĂ€re eine Untersuchung gegen Hersteller von Plug-in-Hybriden ein weiterer Schritt, handelspolitische Instrumente gezielter auf einzelne Fahrzeugsegmente anzuwenden. Ein Antisubventionsverfahren kann am Ende Ausgleichszölle nach sich ziehen. Damit wĂŒrde sich der politische Konflikt allerdings auf Preise, Absatzchancen und mögliche GegenmaĂnahmen Chinas ausweiten.
Bedeutung fĂŒr Autoindustrie und Verbraucher
Die Debatte trifft eine deutsche SchlĂŒsselbranche, die zugleich vom chinesischen Markt abhĂ€ngig ist und auf dem europĂ€ischen Heimatmarkt unter wachsendem Preisdruck steht. Chinesische Anbieter konkurrieren inzwischen nicht nur mit reinen Elektroautos, sondern auch mit Hybridmodellen. Die Bundesregierung fördert zudem bestimmte Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge mit bis zu 6000 Euro, wodurch die Ausgestaltung der Förderung fĂŒr die Marktanteile verschiedener Hersteller relevant ist.
FĂŒr Verbraucher könnten strengere EU-MaĂnahmen chinesische Fahrzeuge verteuern oder die Auswahl verĂ€ndern. Zugleich könnten sie europĂ€ische Hersteller vor stĂ€rkerem Preisdruck schĂŒtzen. Entscheidend wĂ€re, ob Deutschland im Koalitionsausschuss eine gemeinsame Linie findet und wie weit die EU-Kommission eine Untersuchung tatsĂ€chlich vorantreibt.
