SPD-Parteitag am 16. Januar in Bremen geplant
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:56 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSPD-Führung entscheidet im Januar
- Das SPD-Präsidium sprach sich nach Bas’ Rücktritt einstimmig für die Neuwahl der gesamten Parteispitze aus.
- Der Umlaufbeschluss für Bremen am 16. und 17. Januar läuft noch bis Freitag.
- Das Parteistatut lässt neben einer Doppelspitze auch die Rückkehr zu einer Einzelspitze zu.
SPD plant Parteitag zur Neuwahl der Führung
Die SPD plant ihren Bundesparteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze am 16. und 17. Januar in Bremen. Über den Veranstaltungsort und den Termin läuft nach Angaben aus Parteikreisen noch bis Freitag ein Umlaufbeschluss.
Neuwahl nach Rücktritt von Bas
Das SPD-Präsidium hatte sich nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als Arbeitsministerin und Co-Parteichefin einstimmig für eine Neuwahl der gesamten Parteispitze ausgesprochen. Co-Parteichef Lars Klingbeil hat bislang offengelassen, ob er erneut für das Amt kandidieren will.
Mehrere Namen werden gehandelt
Als mögliche Kandidatinnen gelten die Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland, Manuela Schwesig und Anke Rehlinger. Der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil hat sich mit öffentlichen Auftritten in Stellung gebracht, eine Kandidatur aber noch nicht erklärt.
Pistorius lehnt Bewerbung bisher ab
Verteidigungsminister Boris Pistorius, der laut Umfragen beliebteste SPD-Politiker, lehnt eine Kandidatur bisher ab. Klingbeil zufolge soll es erneut eine Doppelspitze geben.
Parteitag kann Struktur ändern
Nach dem Parteistatut könnte der Bundesparteitag jedoch auch beschließen, die Doppelspitze wieder abzuschaffen. Damit steht neben der personellen Neubesetzung auch die künftige Struktur der SPD-Führung zur Entscheidung.
Der geplante Bundesparteitag markiert für die SPD eine vorgezogene personelle Neuordnung. Auslöser ist der Rücktritt Bärbel Bas’ als Arbeitsministerin und Co-Parteichefin; dadurch muss die Partei nicht nur einen vakanten Vorsitz neu besetzen, sondern über ihre gesamte Führung beraten.
Die Entscheidung für Bremen am 16. und 17. Januar schafft einen festen Termin für die bislang offene Debatte. Bis dahin dürfte entscheidend sein, ob Lars Klingbeil seine erneute Kandidatur erklärt und welche Bewerbungen tatsächlich eingehen. Die Namen Manuela Schwesig, Anke Rehlinger und Hubertus Heil stehen für unterschiedliche Optionen zwischen stärkerer Verankerung in den Ländern, Regierungserfahrung und bundespolitischer Präsenz.
Doppelspitze bleibt zentrale Frage
Die von Klingbeil angestrebte Doppelspitze ist politisch nicht automatisch gesetzt. Das Parteistatut lässt eine Rückkehr zu einer Einzelspitze zu, wenn der Parteitag dies beschließt. Damit geht es im Januar nicht nur um Personal, sondern auch um die Machtbalance innerhalb der Partei und um die Verbindung von Parteivorsitz und Regierungsämtern.
Für die SPD bietet der Parteitag zugleich die Möglichkeit, die Führung vor der weiteren Arbeit in der Bundesregierung neu zu legitimieren. Eine klare Kandidatenlage würde die Mitglieder frühzeitig auf eine Richtungsentscheidung vorbereiten; mehrere Bewerbungen könnten dagegen zu einer offenen Wettbewerbswahl führen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Nach Rücktritt von Bas: Die SPD und die offene Führungsfrage“ (13.10.2026)
Der Beitrag ordnet die Debatte nach Bas’ Rücktritt ein und beschreibt Klingbeils offene Kandidatur sowie die ebenfalls ungeklärten Optionen von Schwesig, Rehlinger und Heil. Anders als die aktuelle Meldung nennt er noch keinen festen Januar-Termin, sondern berichtet von einer Prüfung mehrerer Zeitfenster.
BR24: „Klingbeil allein zu Haus – wie geht es weiter in der SPD?“ (13.10.2026)
Der BR24-Beitrag stellt die personelle Unsicherheit an der SPD-Spitze heraus und beleuchtet besonders Klingbeils Festhalten an der Doppelspitze. Zudem beschreibt er die unterschiedlichen Ausgangslagen möglicher Kandidatinnen und Kandidaten.
Beide Beiträge verbinden die Neuwahl der gesamten Führung mit der Nachfolge von Bas. Der nun festgelegte Bremer Termin konkretisiert den zuvor offenen Zeitplan, während die Kandidaturen und die künftige Struktur der Parteispitze weiterhin offen sind.
