SPD-Parteivorsitz: Klingbeil lÀsst Kandidatur im Januar offen
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 15:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSPD-Parteitag soll FĂŒhrung neu bestimmen
- Die SPD will im Januar ihre Bundesspitze und den gesamten Vorstand neu wÀhlen.
- BĂ€rbel Bas trat Mitte Oktober als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende zurĂŒck.
- Hubertus Heil schloss eine Kandidatur nicht aus, Manuela Schwesig wird als mögliche Bewerberin genannt.
Klingbeil lÀsst SPD-Kandidatur offen
SPD-Bundesvorsitzender und Finanzminister Lars Klingbeil hat offengelassen, ob er im Januar erneut fĂŒr den Parteivorsitz kandidiert. Bei einem Mitgliederkonvent der Ruhr-SPD in Bochum sagte er, die Partei brauche unabhĂ€ngig vom Ergebnis die SolidaritĂ€t aller Mitglieder.
Kritik an der ParteifĂŒhrung
Klingbeil erklÀrte nach der Veranstaltung, er sei sehr gerne Parteivorsitzender, wisse aber um die Kritik an seiner Person. Er fordere diese Kritik ein, damit sich die SPD beim Parteitag Mitte Januar bestmöglich aufstellen könne.
Nach dem RĂŒcktritt BĂ€rbel Basâ als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende im Oktober soll die Parteispitze im Januar neu gewĂ€hlt werden. Klingbeil sagte, die Entscheidung werde nicht allein von ihm getroffen, sondern derzeit intern beraten.
Entscheidung ĂŒber Kandidatur steht aus
Wann ein Vorschlag fĂŒr die kĂŒnftige ParteifĂŒhrung vorgelegt werde, könne er noch nicht sagen. Zugleich betonte der Vizekanzler, die SPD befinde sich wirtschaftlich, haushaltspolitisch und auĂenpolitisch in einer schwierigen Lage.
Er wolle dazu beitragen, dass die Partei am Ende bestmöglich aufgestellt sei, und klebe nicht an seinem Amt. Der frĂŒhere Arbeitsminister Hubertus Heil hat eine Kandidatur fĂŒr den Parteivorsitz nicht ausgeschlossen; auch Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig wird als mögliche Bewerberin genannt.
Die SPD steht vor einer personellen Neuordnung ihrer Bundesspitze. Anlass ist der RĂŒcktritt BĂ€rbel Basâ als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende im Oktober; beim Parteitag im Januar soll der gesamte Vorstand neu gewĂ€hlt werden.
FĂŒr Lars Klingbeil verbindet sich die Vorsitzfrage mit einer ungewöhnlichen Machtkonzentration: Er ist zugleich Vizekanzler, Bundesfinanzminister und Parteichef. Die Debatte ĂŒber seine Zukunft betrifft deshalb nicht nur die ParteifĂŒhrung, sondern auch die politische SteuerungsfĂ€higkeit der SPD in der Bundesregierung.
Suche nach einer Doppelspitze
In der SPD wird weiterhin eine mÀnnlich-weibliche Doppelspitze als mögliche Lösung diskutiert. Als Namen gelten Hubertus Heil und Manuela Schwesig als mögliche Bewerber; eine Kandidatur ist bislang nicht öffentlich erklÀrt worden.
Die UnterstĂŒtzung fĂŒr Klingbeil aus der ParteifĂŒhrung zeigt zugleich, dass seine Rolle von Teilen der SPD als stabilisierend bewertet wird. Dem steht die von ihm selbst angesprochene Kritik gegenĂŒber. Entscheidend dĂŒrfte daher sein, ob die Partei im Januar eine personelle Lösung findet, die Regierungsverantwortung, innerparteiliche Erneuerung und die Forderung nach gröĂerer Geschlossenheit miteinander verbindet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âHubig fĂŒr Kandidatur von Klingbeil fĂŒr SPD-Parteivorsitzâ (07.11.2026)
Der Artikel berichtet, Justizministerin Stefanie Hubig habe sich fĂŒr eine erneute Kandidatur Klingbeils ausgesprochen. Anders als die dpa-Meldung, die Klingbeils eigene ZurĂŒckhaltung in den Mittelpunkt stelle, betone der Beitrag die UnterstĂŒtzung aus der SPD-FĂŒhrung und die Debatte ĂŒber eine weibliche Partnerin.
Stern: âKlingbeil bei Ruhr-SPD: SPD im Ruhrgebiet wirft Bundesregierung Hickhack vorâ (07.11.2026)
Der Beitrag rĂŒckt die Kritik der Ruhr-SPD an der Bundesregierung und den Auftritt Klingbeils in Bochum in den Vordergrund. Damit ergĂ€nzt er die dpa-Meldung um den innerparteilichen Druck aus der Basis; offen bleibt weiterhin, wer im Januar fĂŒr den Vorsitz antritt.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen den personellen Entscheidungsdruck vor dem Parteitag. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: WĂ€hrend der eine Klingbeils mögliche Kandidatur und UnterstĂŒtzung behandelt, konzentriert sich der andere auf die Kritik aus dem Ruhrgebiet.
