SPD-Vorsitz: Hubertus Heil nennt Bedingungen für Kandidatur
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHeils Bedingungen für einen SPD-Vorsitz
- Heil will seine Entscheidung an Richtung und Zusammensetzung des SPD-Teams knüpfen.
- Der Bundesparteitag findet am 16. und 17. Januar in Bremen statt.
- Alexander Schweitzer hat Bärbel Bas im Arbeitsministerium abgelöst.
Hubertus Heil knüpft SPD-Kandidatur an Kurs und Team
Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kann sich unter bestimmten Bedingungen eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz vorstellen. Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas will er seine Entscheidung an der künftigen Richtung der Partei und an der Zusammensetzung des Teams ausrichten.
Heil fordert solidarische Leistungsgesellschaft
„Das ist möglich“, sagte Heil dem „Spiegel“. Die SPD brauche einen klaren Kurs für eine „solidarische Leistungsgesellschaft“, Respekt für Einsatz, Engagement und Leistung sowie Klarheit in der Außen- und Sicherheitspolitik.
Zudem sei ein starkes Team notwendig. Mit Blick auf eine mögliche Doppelspitze lehnte Heil Namen einzelner Frauen ab, sagte aber, es gebe in der SPD eine Reihe von Frauen, die den zweiten Spitzenposten übernehmen könnten.
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Heil nennt Andy Burnham als Vorbild
Heil verwies auf interne Gespräche in der SPD. Wenn er den Eindruck gewinne, seinen Beitrag zu einer stärkeren Partei leisten zu können, werde er antreten.
Der 53-Jährige nannte den britischen Labour-Politiker Andy Burnham als Beispiel für eine SPD mit klarem Kompass und konkreten Taten. Er verwies zugleich auf seine politische Erfahrung, seine Verhandlungsfähigkeit und seine Neugier auf Menschen und gesellschaftliche Veränderungen.
SPD plant Neuwahl der gesamten Führung
Bärbel Bas hatte am 12. Oktober ihren sofortigen Rücktritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin bekanntgegeben. Im Arbeitsministerium folgte ihr der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer nach.
Die SPD will bei einem Bundesparteitag am 16. und 17. Januar in Bremen ihre komplette Führung neu wählen und inhaltliche Schwerpunkte wie die Bezahlbarkeit des Lebens setzen. Der verbliebene Parteichef und Finanzminister Lars Klingbeil hat offengelassen, ob er erneut antritt.
Personalfrage ist mit Kursdebatte verbunden
Heil sagte mit Blick auf Klingbeils Rolle, dieser schulterte als Bundesfinanzminister viele schwierige Aufgaben. Es gehe jedoch nicht um einzelne Personen.
An der SPD-Basis war in den vergangenen Monaten wiederholt kritisiert worden, dass die Verbindung von Parteivorsitz und Regierungsämtern einen klaren Parteikurs erschweren könne. Die Entscheidung über die neue Führung wird deshalb voraussichtlich auch die künftige programmatische Ausrichtung der SPD prägen.
Hubertus Heils mögliche Bewerbung fällt in eine offene Macht- und Richtungsdebatte der SPD. Seit Bärbel Bas’ Rücktritt fehlt der Doppelspitze eine Hälfte; zugleich ist unklar, ob Lars Klingbeil erneut für den Parteivorsitz antreten will.
Die Personalfrage ist eng mit der programmatischen Ausrichtung verbunden. In der Partei wird darüber diskutiert, wie die SPD soziale Anliegen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie Außen- und Sicherheitspolitik verbinden kann. Heil knüpft seine Entscheidung ausdrücklich an Kurs und Team und stellt damit nicht allein seine persönliche Eignung in den Mittelpunkt.
Parteitag als entscheidender Termin
Beim Bundesparteitag am 16. und 17. Januar in Bremen soll die SPD ihre komplette Führung neu wählen. Bis dahin dürfte neben möglichen Kandidaturen auch die Frage an Bedeutung gewinnen, ob Parteivorsitz und Regierungsämter weiterhin eng miteinander verbunden bleiben.
Für die Mitglieder und Delegierten geht es damit um mehr als einen Wechsel an der Spitze. Die neue Führung muss einen Kurs formulieren, der innerhalb der Partei trägt und zugleich in der Regierungsarbeit sichtbar wird. Heils Bedingungen machen deutlich, dass eine Kandidatur von einer inhaltlichen Verständigung und einer tragfähigen personellen Konstellation abhängt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Mit wem will die SPD wohin?“ (20.10.2026)
Der Beitrag ordne Heils Haltung als Nicht-Ausschluss einer Kandidatur ein und stelle sie in die breitere Suche der SPD nach Personal und Kurs. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt stärker auf mögliche weitere Kandidaturen, die Trennung von Parteivorsitz und Ministerämtern sowie die programmatischen Leerstellen bis zum Parteitag in Bremen.
Übergreifend stehe damit neben Heils Bedingungen die offene Frage im Zentrum, welche personelle und inhaltliche Führungskonstellation die SPD im Januar beschließen werde.

