SPD-Vorsitz: Pistorius unterstützt Klingbeil für Winter-Parteitag
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 12:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSPD-Führung vor Neuwahl im Winter
- Boris Pistorius erklärte beim Arbeitgebertag der BDA in Berlin, dass er nicht als SPD-Parteivorsitzender antreten werde.
- Der Verteidigungsminister begründete den Verzicht mit seiner Aufgabe, die Sicherheit Deutschlands zu garantieren.
- Pistorius sprach sich dafür aus, dass Lars Klingbeil beim Parteitag im Winter erneut für den Vorsitz kandidiert.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Kandidatur als SPD-Chef beim anstehenden Parteitag ausgeschlossen und sich stattdessen für eine erneute Bewerbung von Lars Klingbeil ausgesprochen.
Pistorius erklärt seinen Verzicht
Beim Arbeitgebertag des Verbands BDA in Berlin sagte Pistorius, er werde „definitiv nicht“ als Parteivorsitzender antreten. Er sei mit seiner Aufgabe, die Sicherheit des Landes zu garantieren, vollständig ausgelastet.
Zugleich bescheinigte er Klingbeil, dieser mache seine Aufgabe in schwierigen Zeiten „exzellent“. Pistorius sprach sich deshalb dafür aus, dass der derzeitige SPD-Vorsitzende im Winter erneut antritt.
SPD muss gesamte Parteispitze wählen
Die SPD will im Winter ihre gesamte Parteispitze neu wählen. Anlass ist der Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas.
Klingbeil ist neben dem Parteivorsitz auch Bundesfinanzminister und Vizekanzler. Ob er erneut für den SPD-Vorsitz kandidiert, hat er bislang nicht erklärt. Er betonte lediglich, dass die Partei die beste personelle Aufstellung finden müsse.
Beliebtester SPD-Politiker ohne Ambitionen
Pistorius gilt in Umfragen seit Jahren als beliebtester Politiker der SPD. Mit seiner Absage fällt er dennoch als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Bas aus.
Die SPD hält an einer Doppelspitze fest. Welche Person neben Klingbeil künftig die Partei führen soll, entscheidet sich beim geplanten Parteitag im Winter.
Parteitag wird zur Führungsentscheidung
Mit dem Rückzug von Bärbel Bas muss die SPD ihre Führung nicht nur personell, sondern auch politisch neu ordnen. Die gesamte Parteispitze soll im Winter auf einem Bundesparteitag neu gewählt werden. Damit steht auch Lars Klingbeil vor einer Entscheidung, obwohl er seine eigene Kandidatur bislang offengelassen hat.
Pistorius’ Absage nimmt der Debatte zugleich eine naheliegende Option. Der Verteidigungsminister ist innerhalb der SPD besonders populär, begründet seinen Verzicht aber mit der Verantwortung für die Sicherheitspolitik. Seine Unterstützung für Klingbeil stärkt dessen Position, ersetzt jedoch keine eigene Erklärung des Finanzministers und Vizekanzlers.
Personelle Suche mit politischer Bedeutung
Die SPD hält an einer Doppelspitze fest. Nach dem Rücktritt von Bas muss deshalb vor allem eine Nachfolgerin gefunden werden. Dabei geht es nicht allein um ein Parteiamt: Die neue Führung soll die Interessen der SPD in der Koalition vertreten und zugleich den programmatischen Kurs für den Parteitag prägen.
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen innerhalb der Bundesregierung. Im Mittelpunkt stehen neben der personellen Aufstellung auch geplante Vorhaben bei Rente, Arbeitsrecht und Sozialstaat. Für die Parteibasis wird entscheidend sein, ob die neue Führung Geschlossenheit herstellen und sozialdemokratische Anliegen gegenüber dem Koalitionspartner sichtbar durchsetzen kann.
Was für Bürgerinnen und Bürger auf dem Spiel steht
Die Neuwahl kann damit direkte Auswirkungen auf politische Prioritäten haben. Änderungen bei Rente und Arbeitsrecht, die Ausrichtung der Sozialpolitik sowie der Umgang mit innerkoalitionären Konflikten hängen auch davon ab, welche Personen die SPD künftig führen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Bas-Nachfolge an der SPD-Spitze: Wer soll es jetzt machen?“ (12.10.2026)
Der Bericht ordne den Rücktritt von Bärbel Bas als Auslöser einer umfassenden Neuordnung ein und betone, dass auch Klingbeils Amt zur Wahl stehe. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt auf die Suche nach einer Frau für die Doppelspitze und auf mögliche Folgen für Reformen bei Rente und Arbeitsrecht.
Der Beitrag bestätige den geplanten Parteitag um den Jahreswechsel und die Beibehaltung der Doppelspitze. Er ergänze, Manuela Schwesig habe sich nicht zu einer möglichen Kandidatur geäußert; offen bleibe damit, wer Bas an der Parteispitze nachfolge.
Beide Beiträge bestätigten den organisatorischen Rahmen der Neuwahl, setzten aber unterschiedliche Akzente: Die tagesschau beleuchte vor allem das Anforderungsprofil der künftigen Führung, während der Deutschlandfunk weitere mögliche Personaloptionen und offene Kandidaturen einordne.
