Politiker wirft Faeser SchönfĂ€rberei bei ZurĂŒckweisungen vor
18.08.2023 - 05:05:44Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), wirft Bundesinnenministerin Nancy Faser (SPD) einen unseriösen Umgang mit Zahlen zu ZurĂŒckweisungen an deutschen Grenzen vor. Angaben des Ministeriums zur Schweizer Grenze seien ein «TĂ€uschungsversuch», sagte Throm der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Bei ZurĂŒckweisungen verweigert die Bundespolizei direkt an der Grenze Menschen die Einreise, wenn diese die nötigen Bedingungen nicht erfĂŒllen und keinen Asylantrag stellen.
Im ersten Halbjahr 2023 wurden insgesamt 12.589 Menschen an deutschen Grenzen zurĂŒckgewiesen, wie aus einer Auskunft des Ministeriums an Throm hervorgeht. Diese liegt auch der dpa vor. Den gröĂten Anteil von 4787 machten dabei ZurĂŒckweisungen an der Schweizer Grenze aus, gefolgt von der österreichischen Grenze mit 4489 ZurĂŒckweisungen und deutschen FlughĂ€fen mit 3120 ZurĂŒckweisungen. In den deutschen SeehĂ€fen und an allen anderen Grenzen liegen die Zahlen erheblich niedriger.
Ein GroĂteil der Schweizer Zahlen entfĂ€llt aber auf ZurĂŒckweisungen noch auf Schweizer Hoheitsgebiet, wie das Ministerium in seiner Antwort an Throm schreibt. Nach ersten Berechnungen hĂ€tten rund 4200 der «einreiseverhindernden MaĂnahmen» dort stattgefunden. Grundlage ist ein Abkommen mit der Schweiz, das der Bundespolizei den Einsatz dort erlaubt, wie ein Ministeriumssprecher auf Anfrage erlĂ€uterte. «Drittstaatsangehörige, welche die Einreisevoraussetzungen nicht erfĂŒllen», wĂŒrden dabei an ihrer Weiterreise in das Bundesgebiet gehindert. Es handle sich dabei um ZurĂŒckweisungen nach dem deutschen Aufenthaltsgesetz, nur eben auf fremdem Staatsgebiet.
Zahlen und Forderungen
Das Ganze habe mitnichten den gleichen Effekt, argumentiert indes Throm. «Eine Einreiseuntersagung in der Schweiz verhindert faktisch nicht, dass jemand trotzdem nach Deutschland weiterreist.» Der erste stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Bundespolizei, Manuel Ostermann, hĂ€lt das Verfahren ebenfalls fĂŒr ineffektiv. «Das ist kein Grenzschutz. Die einzig effektive MaĂnahme wĂ€ren in BrĂŒssel gemeldete Grenzkontrollen, wie es sie seit Jahren an der Grenze zu Ăsterreich gibt», sagte er der dpa. Wer einmal unerlaubt ins Land gelangt sei, könne kaum wieder zurĂŒckgeschickt werden.
Throm forderte: «Nancy Faeser muss endlich die hauptbelasteten Grenzen kontrollieren lassen. Das ist der einzige Weg, um den Schleusern das Handwerk zu legen Personen endlich an der unerlaubten Einreise zu hindern», verlangte er. Zum Beleg verwies er auf die Zahlen zur österreichischen Grenze. «Alle anderen Grenzen stehen fĂŒr die unerlaubte Migration weit offen, ohne dass Nancy Faeser etwas daran Ă€ndert.»
Nur an der deutsch-österreichischen Grenze gibt es stationĂ€re Kontrollen, bei denen die Bundespolizei Menschen direkt wieder zurĂŒckweisen kann. Auch diese sind aber nur punktuell. Unklar bleibt, wie viele der ZurĂŒckgewiesenen an anderer Stelle doch nach Deutschland einreisen.


