DĂ€mpfer fĂŒr Trump vor Gericht: Was wird aus den Zöllen?
30.08.2025 - 05:20:06 | dpa.deRolle rĂŒckwĂ€rts oder bleibt doch alles wie gehabt? Ein Gerichtsentscheid in den USA wirft Fragen zur Wirksamkeit der Zölle auf Importwaren aus dem Ausland auf. US-PrĂ€sident Donald Trump will die juristische Auseinandersetzung eskalieren - bis vor den Obersten Gerichtshof.Â
Was haben die Richter entschieden?
Den Richtern sind weniger die Zölle an sich ein Dorn im Auge, sondern eher die juristische Argumentation, die der US-PrĂ€sident dafĂŒr heranzieht. Er behauptet, dass es einen Notstand gebe - und deshalb die Anwendung eines entsprechenden Gesetzes aus dem Jahr 1977 gerechtfertigt sei. Trump verweist auf ein Ungleichgewicht im internationalen Handel zulasten der USA und meint, dass die Vereinigten Staaten unfair behandelt worden seien.
Das Gesetz besagt, dass ein PrĂ€sident im Krisenfall Dekrete erlassen kann, ohne dass der Kongress - das Parlament der USA - angerufen werden muss. Im Falle der weitreichenden Zölle auf Importprodukte und des dafĂŒr herangezogenen Notstandsgesetzes hat das Berufungsgericht dem PrĂ€sidenten - wie schon die Vorinstanz - eine solche Befugnis nun jedoch abgesprochen. Zölle seien eine Kernkompetenz des US-Kongresses, unterstrichen die Richter.
Wurden die Zölle damit gestoppt?
Vorerst nicht. Die Entscheidung tritt nicht vor dem 14. Oktober in Kraft - dadurch bekommt die US-Regierung Zeit, sie vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Genau das will Trump nun tun - in der Hoffnung, dass die in seiner ersten Amtszeit nach rechts gerĂŒckte Richterriege des Supreme Courts in seinem Sinne entscheidet. Er beeilte sich auch, dem Eindruck einer Niederlage entgegenzutreten. Kurz nach der Entscheidung schrieb er auf seiner Plattform Truth Social: «ALLE ZĂLLE SIND WEITERHIN IN KRAFT!»
Ohnehin war es bei der vorherigen Bundesgerichts-Entscheidung nicht um alle Zölle gegangen. Ausgekoppelt waren etwa Abgaben auf Autos, Stahl, Aluminium, Arzneimittel und Halbleiter.
Was ist mit Deutschland?
FĂŒr die meisten Produkte, die aus Deutschland und anderen EU-Staaten in die USA eingefĂŒhrt werden, gilt seit dem 7. August ein Zollsatz von 15 Prozent. Das ist das Ergebnis einer nach zĂ€hen Verhandlungen erzielten Einigung zwischen Trumps Regierung und der EU. Es ist unklar, wie genau sich die Entscheidung der Richter darauf auswirken könnte.
Streng genommen bezog sich das US-Gericht in niedrigerer Instanz auf einen Ă€lteren Stand vom April. Damals hatte Trump auf einer riesigen Tafel im Rosengarten des WeiĂen Hauses hohe Zölle gegen eine Vielzahl von LĂ€ndern angekĂŒndigt. In den Wochen und Monaten danach gab es allerdings FristverlĂ€ngerungen, Verhandlungen und Briefe aus dem WeiĂen Haus - ZollsĂ€tze wurden zum Teil abgesenkt, im Falle mancher LĂ€nder noch weiter erhöht. Den angeblichen Notstand zog Trump dabei auch weiterhin als Argumentationsgrundlage heran.
Wie reagiert die EU?
Die EU-Kommission, die das Abkommen ĂŒber den Zollsatz von 15 Prozent ausgehandelt hatte, wollte das Urteil zunĂ€chst nicht kommentieren. Ein Sprecher betonte am Samstag, dass die Kommission weiter an der Umsetzung der Vereinbarungen mit den USA arbeiten werde.Â
Die EU-Kommission startete am Donnerstag den Gesetzgebungsprozess, um Zölle auf US-IndustriegĂŒter abzuschaffen und Barrieren fĂŒr den Import von bestimmten Lebensmitteln zu senken. Im Gegenzug sollen US-Zölle auf Autoimporte aus Deutschland und anderen Staaten gesenkt werden.
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