BIP, Deutschland

Deutsche Wirtschaft wÀchst zu Jahresbeginn unerwartet stark

30.04.2026 - 10:14:13 | dpa.de

Steigende Spritpreise an den Tankstellen, Probleme in den Lieferketten: Der Iran-Krieg hinterlĂ€sst Spuren in der Wirtschaft. Im ersten Quartal ging es aber noch ĂŒberraschend deutlich aufwĂ€rts.

  • Der Iran-Krieg beendet vorerst die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung in Deutschland. (Archivbild) - Foto: Bernd Thissen/dpa
    Der Iran-Krieg beendet vorerst die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung in Deutschland. (Archivbild) - Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Stillstand statt Aufschwung: Die deutsche Wirtschaft kommt seit Jahren nicht in Schwung. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa
    Stillstand statt Aufschwung: Die deutsche Wirtschaft kommt seit Jahren nicht in Schwung. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa
  • Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs machen dem von Rohstoffimporten abhĂ€ngigen Deutschland zu schaffen. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
    Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs machen dem von Rohstoffimporten abhĂ€ngigen Deutschland zu schaffen. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Verbraucherinnen und Verbraucher halten sich in unsicheren Zeiten mit Anschaffungen zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
    Verbraucherinnen und Verbraucher halten sich in unsicheren Zeiten mit Anschaffungen zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
  • Der Staat will Milliarden in Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie in Verteidigung investieren. (Symbolbild) - Foto: Robert Michael/dpa
    Der Staat will Milliarden in Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie in Verteidigung investieren. (Symbolbild) - Foto: Robert Michael/dpa
Der Iran-Krieg beendet vorerst die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung in Deutschland. (Archivbild) - Foto: Bernd Thissen/dpa Stillstand statt Aufschwung: Die deutsche Wirtschaft kommt seit Jahren nicht in Schwung. (Symbolbild) - Foto: Soeren Stache/dpa Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs machen dem von Rohstoffimporten abhĂ€ngigen Deutschland zu schaffen. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa Verbraucherinnen und Verbraucher halten sich in unsicheren Zeiten mit Anschaffungen zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpa Der Staat will Milliarden in Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie in Verteidigung investieren. (Symbolbild) - Foto: Robert Michael/dpa

Die deutsche Wirtschaft ist trotz aller Krisen zu Jahresbeginn deutlicher gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal zum Vorquartal um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorlÀufiger Daten errechnet hat. Zwar handelt es sich nur um ein Mini-Wachstum, aber nicht zuletzt wegen des Iran-Kriegs waren die Erwartung deutlich pessimistischer.

Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben waren nach Angaben der Wiesbadener Statistiker in den ersten drei Monaten höher als im Schlussquartal 2025, in dem die deutsche Wirtschaft nach neu berechneten Zahlen nur um 0,2 Prozent zulegte. Auch die Exporte nahmen den vorlÀufigen Erkenntnissen zufolge im ersten Quartal zu.

TrĂŒbe Aussichten

«Das war ein ĂŒberraschend guter Jahresauftakt, zumal auch schon das erste Quartal von Grönland-Wirren und Iran-Krieg belastet war», sagte Sebastian Wanke, Konjunkturexperte bei der Förderbank KfW. «Die Daten zeigen, dass es fĂŒr die deutsche Konjunktur ein starkes Jahr hĂ€tte werden können. Bleibt die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus, sodass die WachstumskrĂ€fte wieder atmen können.»

Der Iran-Krieg dĂŒrfte den erhofften spĂŒrbaren Aufschwung ausbremsen. Steigende Öl- und Spritpreise, Probleme in den Lieferketten, unsichere ExportmĂ€rkte: Die von Rohstoffimporten abhĂ€ngige deutsche Wirtschaft bekommt die Folgen des Iran-Kriegs, der am 28. Februar begonnen hatte und nach wie vor nicht beendet ist, mit Wucht zu spĂŒren.

Kauflaune im Keller - schlechte Stimmung in Unternehmen 

Volkswirte gehen davon aus, dass das von Energieimporten abhÀngige Deutschland lÀnger mit den Folgen des Konflikts im Nahen Osten zu schaffen haben wird. Höhere Energiepreise, gerade an Tankstellen, belasten Verbraucher und Unternehmen, das bremst Konsum und Investitionen. 

Die Kauflaune der Menschen war zuletzt so niedrig wie vor zwei Jahren. Und das Ifo-GeschÀftsklima bei Unternehmen sank im April deutlich. «Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin», kommentierte Ifo-PrÀsident Clemens Fuest.

BeflĂŒgelt das Milliarden-Paket die Konjunktur?

Reihenweise senkten Ökonomen ihre Konjunkturprognosen fĂŒr das laufende Jahr. FĂŒhrende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaftsleistung 2026 nur um 0,6 Prozent zulegen wird. Die Bundesregierung ist mit 0,5 Prozent Plus noch pessimistischer. 2027 sollte mit 0,9 Prozent etwas besser werden. Vor dem Iran-Krieg hatten viele Experten ein Wachstum von rund einem Prozent in diesem Jahr erwartet, einige auch mehr.

Nun versprechen vor allem die schuldenfinanzierte Infrastrukturoffensive und mehr Arbeitstage 2026, weil Feiertage auf ein Wochenende fallen, noch Wachstum im laufenden Jahr.

Die Hoffnung ist groß, dass 2027 das noch vom alten Bundestag beschlossene gewaltige 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket fĂŒr Infrastruktur und Klimaschutz sowie Mehrausgaben fĂŒr Verteidigung die Konjunktur deutlicher anschieben werden. 

Industrie wandert ab

Im vergangenen Jahr war Deutschland mit 0,2 Prozent Plus knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum in Folge vorbeigeschrammt. Doch die Zuversicht zu Jahresbeginn ist ErnĂŒchterung gewichen. In einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem MĂ€rz berichteten 43 Prozent der befragten 964 Firmen aus Industrie, Dienstleistung und Bau von schlechteren GeschĂ€ften als vor einem Jahr. Vier von zehn Firmen wollen weniger investieren, mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Industrieunternehmen plant mit weniger Personal.

Immer hĂ€ufiger investiert die deutsche Industrie im Ausland, wie eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ergab: 43 Prozent der 1.700 befragten Unternehmen planen demnach im laufenden Jahr Investitionen außerhalb von Deutschland - oft, um Kosten zu sparen. «Die Betriebe verlieren das Vertrauen in die Standortbedingungen hierzulande», warnte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Reformstau bremst

Die Bundesregierung mĂŒsse grundlegende Reformen voranbringen, statt Notfallpakete zu schnĂŒren, mahnte kĂŒrzlich die «Wirtschaftsweise» Veronika Grimm. Es sei dringend notwendig, dass das seit Jahren konjunkturell schwache Deutschland seine strukturellen Probleme löse, betonte die Ökonomin: Rentensystem, Unternehmensteuern, Einkommensteuern.

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