Buschmann will Indexmieten nicht einschrÀnken
15.08.2023 - 16:10:30Bundesjustizminister Marco Buschmann sperrt sich gegen Forderungen nach EinschrĂ€nkungen bei Indexmieten. «Unser Problem bei den Mieten ist doch nicht, dass wir zu wenig Regulierung haben, sondern zu wenig Wohnraum», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. An diesem Mangel wĂŒrde sich auch durch eine strengere Regulierung von Indexmieten nichts Ă€ndern.
«Im Gegenteil: Investitionen in den Wohnungsbau sind nur dann attraktiv, wenn eine Vermietung wertstabile ErtrĂ€ge verspricht», sagte Buschmann. Wenn die Bundesregierung privates Kapital fĂŒr den Wohnungsbau mobilisieren wolle, sollte sie nicht das Signal aussenden, «dass da noch mehr Regulierung droht».
VorschlÀge von SPD und Linken
Aus der SPD-Fraktion kam der Vorschlag, bei IndexmietvertrĂ€gen den Mietpreis an die Entwicklung der Nettokaltmieten zu koppeln statt an die allgemeine Verbraucherpreis-Inflation. «Das wĂ€re eine pragmatische, schnell umsetzbare Lösung fĂŒr das Problem», sagte die SPD-Abgeordnete Zanda Martens.
Die oppositionelle Linke verlangte, Indexmieten zum Schutz der Mieter einzufrieren. Zugleich hĂ€lt sie Milliardeninvestitionen in den Wohnungsbau fĂŒr nötig, den Bund, Kommunen und Genossenschaften ĂŒbernehmen mĂŒssten. «Nur so ist garantiert, dass die Mieten in Neubauten nicht durch die Decke gehen», sagte die Parteivorsitzende Janine Wissler.
Was sagt der Koalitionsvertrag?
Der Justizminister verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem keine konkrete Vereinbarung zur Indexmiete enthalten sei. Gleichzeitig betonte er: «Wir haben uns im Koalitionsvertrag auf verschiedene mietrechtliche Reformen verstĂ€ndigt; zu diesen Abreden stehe ich.» Die Ampel-Koalition habe sich aber auch das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr gesteckt, «da hinken wir leider noch zu sehr hinterher». Der Bundesverband der Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) erwartet fĂŒr 2024 lediglich 214.000 neue Wohnungen.
Die SPD-Abgeordnete Martens wies darauf hin, dass viele Tausend Mieter unter der enormen Inflation und den daran gekoppelten Mieten Ă€chzten. «Stoisch auf den Koalitionsvertrag zu verweisen, verkennt die Lebenswirklichkeit dieser Menschen», fĂŒgte sie hinzu. Wissler ergĂ€nzte, die Indexmieten trieben auch die ortsĂŒblichen Vergleichsmieten hoch. «Somit zahlen auch jene mehr, die gar keinen Indexmietvertrag unterschrieben haben.»
Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hatte im Juni beim Deutschen Mietertag gesagt, sie sehe «groĂen VerĂ€nderungsbedarf» bei der Indexmiete. Diese sei in Zeiten einer hohen Inflation eine starke Belastung fĂŒr Mieterinnen und Mieter.
Bei IndexmietvertrĂ€gen können die Mieten jĂ€hrlich nach dem Wert des Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes erhöht werden. DafĂŒr gibt es bei dieser Variante keine Anpassung der Miete an die ortsĂŒbliche Vergleichsmiete. Was fĂŒr Mieterinnen und Mieter unter dem Strich gĂŒnstiger ist, hĂ€ngt also davon ab, was stĂ€rker steigt: die Verbraucherpreise insgesamt oder der Mietzins im eigenen Viertel.
Die Verbraucherpreise waren im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent gestiegen. Im Juni hatte die Jahresteuerungsrate noch bei 6,4 Prozent gelegen.


