Steinmeier-Nachfolge: Hoppermann erwartet baldige Entscheidung
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 13:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSCDU-GeneralsekretĂ€rin Franziska Hoppermann rechnet mit einer baldigen Entscheidung ĂŒber die Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier. Nach den Landtagswahlen im Herbst solle ĂŒber die Besetzung gesprochen werden, sagte sie der âRheinischen Postâ.
Hoppermann nennt mehrere mögliche Frauen
âDazu werde es bald auch kommenâ, sagte Hoppermann. Persönlich wĂŒrde sie sich freuen, wenn eine Frau das Amt ĂŒbernimmt, zugleich sei das Geschlecht nicht das primĂ€re Kriterium fĂŒr das höchste Staatsamt und eine BeschrĂ€nkung darauf unangemessen.
Mit Blick auf die bayerische LandtagsprÀsidentin Ilse Aigner als mögliche Kandidatin verwies Hoppermann auf mehrere geeignete Frauen. Dazu zÀhlten auch Politikerinnen aus der CDU.
SPD fordert rasche Entscheidung
Auch SPD-ParlamentsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dirk Wiese drĂ€ngt auf eine baldige Festlegung. Die Landtagswahlen seien vorĂŒber, nun mĂŒsse die Kandidatensuche fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin auf die Zielgerade kommen, sagte er ebenfalls der âRheinischen Postâ.
Wiese sprach sich wie Hoppermann dafĂŒr aus, dass eine Frau das Amt ĂŒbernimmt. Eine konkrete gemeinsame Kandidatin nannten die beiden Politiker nicht.
Die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier wird politisch relevant, weil seine zweite Amtszeit im Jahr 2027 endet. Der BundesprĂ€sident wird nicht direkt vom Volk, sondern von der Bundesversammlung gewĂ€hlt. Dieses Verfassungsorgan setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleich groĂen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der LĂ€nder zusammen.
Parteien suchen gemeinsame Mehrheit
FĂŒr die Parteien ist die Kandidatensuche deshalb vor allem eine Frage der Mehrheitsbildung. Union und SPD mĂŒssen eine Person finden, die in der Bundesversammlung ausreichend UnterstĂŒtzung erhĂ€lt und zugleich ĂŒber das eigene politische Lager hinaus akzeptabel ist. Die ĂuĂerungen von Franziska Hoppermann und Dirk Wiese zeigen, dass beide Seiten eine zeitnahe Festlegung anstreben.
Eine Kandidatin hĂ€tte zudem eine besondere symbolische Bedeutung: Deutschland hatte bislang noch keine BundesprĂ€sidentin. Hoppermann betonte jedoch ausdrĂŒcklich, dass das Geschlecht allein kein ausreichendes Auswahlkriterium sei. Entscheidend bleiben damit auch IntegritĂ€t, politische Erfahrung, ĂŒberparteiliche AnschlussfĂ€higkeit und die Bereitschaft, das Amt unabhĂ€ngig von der Tagespolitik auszuĂŒben.
Entscheidung nach den Landtagswahlen
Die vereinbarte Beratung nach den Landtagswahlen verschiebt die Personalfrage in eine Phase, in der parteipolitische KrĂ€fteverhĂ€ltnisse und mögliche Koalitionen klarer sind. Namen wie Ilse Aigner stehen dabei fĂŒr die Suche nach einer erfahrenen Persönlichkeit aus dem politischen Raum. Eine konkrete Nominierung ist mit den nun angekĂŒndigten GesprĂ€chen noch nicht verbunden.
