Steuerexperten erwarten nur geringe Entlastung durch SPD-PlÀne
15.10.2024 - 05:00:00"Wollte man eine echte Reform mit einem Entlastungsvolumen von zum Beispiel 30 Milliarden Euro von dem oberen Prozent der Einkommensteuerzahler gegenfinanzieren, so mĂŒsste der Spitzensteuersatz in Bereiche von 52 Prozent und der Reichensteuersatz auf 55 Prozent steigen", sagte Beznoska. Das seien absurd hohe SteuersĂ€tze vor dem Hintergrund, dass diese als GrenzsteuersĂ€tze auch FachkrĂ€fte, FĂŒhrungskrĂ€fte und Einzel- und Personenunternehmen trĂ€fen, deren aktuelle Steuerbelastung im internationalen Vergleich ohnehin schon sehr hoch sei. Kritisch sieht die PlĂ€ne auch Stefan Bach, Steuerexperte des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW). Selbst wenn man bei den obersten drei Prozent ansetzt, kommt er in einer groben Rechnung nur auf jĂ€hrliche Mehreinnahmen in Höhe von vier Milliarden Euro. "Damit kann man die gebeutelte Unter- und Mittelschicht nicht nennenswert entlasten", sagte Bach. Ein Durchschnittsverdiener spare dadurch gut 100 Euro im Jahr. "Das sind zwei Cappuccinos im Monat", sagte der Wirtschaftsforscher des DIW.


