Stiftung, Patientenschutz

Stiftung Patientenschutz warnt vor Überlastung der Hausarztpraxen

Veröffentlicht am: 30.04.2025 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die PlĂ€ne der kĂŒnftigen schwarz-roten Koalition zur EinfĂŒhrung eines PrimĂ€rarztsystems sorgen bei der Stiftung Patientenschutz fĂŒr Kritik.
Arztpraxis fĂŒr Allgemeinmedizin (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die PlĂ€ne zur Steuerung der Patienten stoßen schon jetzt auf Ablehnung in der Bevölkerung", sagte Vorstand Eugen Brysch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Zwei Drittel der Deutschen wĂŒrden nicht daran glauben, dass das PrimĂ€rarztsystem eine bessere Patientenversorgung, zeitnahe Facharzttermine und Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe bringe. "Zudem mĂŒsste jede Hausarztpraxis zusĂ€tzlich 2.000 Patientinnen und Patienten betreuen. Dabei gibt es bereits PrimĂ€rarztpraxen, die Neupatienten abweisen", so Brysch.

Daher stehe zu befĂŒrchten, dass solche Doppelstrukturen den Betroffenen mehr schadeten als nĂŒtzten. In dem sogenannten PrimĂ€rarztsystem mĂŒssen Patienten in der Regel zunĂ€chst eine Hausarztpraxis aufsuchen, bevor sie zu einem Facharzt können. Die wohl kĂŒnftige Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verstĂ€ndigt, das System einzufĂŒhren - mit Ausnahmen fĂŒr den Augenarzt- und GynĂ€kologen-Besuch. Zuspruch fĂŒr den Vorstoß kommt vom Deutschen HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband. "Ein PrimĂ€rarztsystem, wie es in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern lĂ€ngst der Standard ist, ist der einzig vernĂŒnftige Weg", sagte die Bundesvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es bringe eine bessere QualitĂ€t bei weniger Ressourcenverschwendung. Die hausarztzentrierte Versorgung (HZV), an der bundesweit rund zehn Millionen Versicherte teilnehmen, habe sich bereits bewĂ€hrt und könne als Grundlage fĂŒr ein flĂ€chendeckendes System dienen. "Wir stehen vor der Herausforderung, zukĂŒnftig mit immer weniger Ressourcen immer mehr und immer Ă€ltere Patientinnen und Patienten versorgen zu mĂŒssen", sagte Buhlinger-Göpfarth. Notwendig seien mehr Struktur, eine stĂ€rkere Einbindung medizinischer Fachangestellter und bessere digitale Lösungen. Die VersorgungsqualitĂ€t ließe sich laut Buhlinger-Göpfarth durch ein PrimĂ€rarztsystem deutlich steigern: "Durch die enge und koordinierte Betreuung werden beispielsweise weniger Medikamente verschrieben, die sich nicht vertragen, ĂŒberflĂŒssige Doppeluntersuchungen vermieden, Krankenhauseinweisungen reduziert usw."

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