Castor-Zug, Bayern

Castor-Zug erreicht Bayern

03.04.2025 - 15:57:23 | dpa.de

Störungsfrei ist der Castor-Transport in Bayern angekommen. Die Fracht: sieben BehÀlter mit hoch radioaktiven AtomabfÀllen.

  • Ziel des Castor-Transportes ist das Zwischenlager am stillgelegten Kernkraftwerk Isar in Niederbayern. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa
    Ziel des Castor-Transportes ist das Zwischenlager am stillgelegten Kernkraftwerk Isar in Niederbayern. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa
  • Reiter der Pferdestaffel der Bundespolizei Berlin sichern kurz vor der Ankunft eines Zuges mit Castor-BehĂ€ltern Bahngleise ab. - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Reiter der Pferdestaffel der Bundespolizei Berlin sichern kurz vor der Ankunft eines Zuges mit Castor-BehÀltern Bahngleise ab. - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Am spĂ€ten Mittwochabend verließ der Zug mit den Castor-BehĂ€ltern den Hafen in Nordenham.  - Foto: Kai Moorschlatt/dpa
    Am spĂ€ten Mittwochabend verließ der Zug mit den Castor-BehĂ€ltern den Hafen in Nordenham. - Foto: Kai Moorschlatt/dpa
  • Ein Castor-BehĂ€lter wird aus einem Spezialschiff gehoben. - Foto: Sina Schuldt/dpa
    Ein Castor-BehÀlter wird aus einem Spezialschiff gehoben. - Foto: Sina Schuldt/dpa
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Hoch radioaktive AtomabfĂ€lle sind 17 Stunden lang durch Deutschland gefahren worden. Am Nachmittag erreichte der Zug mit sieben Castor-BehĂ€ltern den Bahnhof in Wörth an der Isar, gut drei Kilometer vom Zwischenlager in Niederaichbach entfernt. Dorthin sollte der AtommĂŒll am Abend gebracht werden. Der Transport sei störungsfrei verlaufen, teilten Sprecher der Gesellschaft fĂŒr Nuklear-Service (GNS) und der Polizei mit.

Gestartet war der Zug am spĂ€ten Mittwochabend im Hafen von Nordenham in Niedersachsen. Dorthin hatte ein Schiff die Castor-BehĂ€lter aus Großbritannien gebracht.

«Wir sind nicht glĂŒcklich ĂŒber die Situation», sagte Niederaichbachs BĂŒrgermeister Josef Klaus. Aber: «Es ist so, wie es ist.» Die Menschen hĂ€tten sich damit abgefunden. «Wir hoffen halt nur (...), dass tatsĂ€chlich die Endlager-Suche zĂŒgig weitergeht», damit die Castoren in einem ĂŒberschaubaren Zeitraum wieder abtransportiert werden könnten. 

Schnellere Endlager-Suche gefordert

Entlang der Strecke veranstalteten Atomkraft-Gegner Kundgebungen und Mahnwachen. Die Landtags-GrĂŒnen, ÖDP, der Bund Naturschutz, Greenpeace und der Verein Ausgestrahlt kritisierten insbesondere die Unterbringung der BehĂ€lter in Zwischenlagern. Diese seien nicht mehr sicher genug, zumal die Laufzeiten lĂ€nger dauern als ursprĂŒnglich geplant - ein Standort fĂŒr ein Endlager ist noch nicht gefunden.

Die Landtags-GrĂŒnen forderten die bayerische Staatsregierung auf, sich mit allen Mitteln fĂŒr mehr Sicherheit fĂŒr die Castorhallen einzusetzen und die Endlager-Suche voranzutreiben. «Denn die Zwischenlager, die ursprĂŒnglich fĂŒr nur 40 Jahre geplant und genehmigt wurden, werden wohl mindestens 80 bis 100 Jahre oder noch lĂ€nger gebraucht werden», sagte der energiepolitische Sprecher Martin StĂŒmpfig. Damit stiegen auch die Gefahren, etwa von Terrorangriffen, da sich die Waffen in den letzten Jahren und Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt hĂ€tten. 

Die GrĂŒnen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze sagte: «Eine stockende Suche nach einem Endlager in der Tiefe verlĂ€ngert die gefĂ€hrliche Zwischenlagerung an der OberflĂ€che.»

Zur RĂŒcknahme des AtommĂŒlls verpflichtet

Bei dem AtommĂŒll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England aufgearbeitet wurden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zur RĂŒcknahme der AtomabfĂ€lle völkerrechtlich verpflichtet. Aus der Aufarbeitungsanlage Sellafield mĂŒssen noch sieben weitere Castor-BehĂ€lter zurĂŒckgenommen werden, die in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zwischengelagert werden.

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